Finanzen & Vermögensaufbau
Ehrlich. Ohne Bullshit.Geld auf Sparkonto verliert an Wert Inflation: 5 Zahlen, die 2026 wirklich zählen

Geld auf Sparkonto verliert an Wert Inflation — das steht in jeder zweiten Überschrift, und trotzdem liegt bei den meisten genau dort das meiste Geld. Weil es sich sicher anfühlt. Weil die Zahl auf dem Kontoauszug nicht kleiner wird. Und weil kaum einer durchrechnet, was nach zehn Jahren wirklich noch übrig ist. Ich halte das Sparkonto für eine teure Illusion, sobald dort mehr liegt als die Reserve — nicht weil es unsicher ist, sondern weil es Jahr für Jahr Kaufkraft verbrennt, ohne dass man es spürt. Hier die fünf Zahlen, die zeigen, wie viel wirklich verschwindet — und was stattdessen funktioniert.
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Warum Geld auf Sparkonto verliert an Wert Inflation: Die Mechanik dahinter
Weil die Inflation schneller steigt als die Zinsen, die das Sparkonto bringt. Die Zahl auf dem Konto bleibt gleich oder wächst minimal — aber für dieselbe Summe bekommst du Jahr für Jahr weniger. Rechnen wir mit Beispielwerten: Bei drei Prozent Inflation und einem Prozent Zinsen ergibt sich ein realer Kaufkraftverlust von rund zwei Prozent pro Jahr. Aktuelle Zahlen findest du beim Statistischen Bundesamt und bei der Bundesbank.
In Österreich und in der Schweiz sieht es im Prinzip gleich aus: Sobald die Inflation über den Sparzinsen liegt, verlierst du real Kaufkraft, selbst wenn du Zinsen bekommst. Das Problem ist nicht, dass das Sparkonto unsicher ist. Das Problem ist, dass es sicher verliert. In der Schweiz ist die Inflation meist niedriger als im Euroraum, aber auch hier zahlen die Banken auf Sparkonten oft nur sehr wenig.
Liegen die Zinsen auf klassischen Sparkonten unter der Inflation, gleichen sie diese nicht aus. Dann ist der Realzins — also Zins minus Inflation — negativ. Das bedeutet: Wer Geld aufs Sparkonto legt, zahlt dafür — nicht mit Gebühren, sondern mit schwindender Kaufkraft. Jeden Monat, jedes Jahr, automatisch.
Was viele übersehen: Der Kaufkraftverlust trifft nicht nur grosse Vermögen. Er trifft jeden, der spart. Wer monatlich 200 Franken aufs Sparkonto legt und denkt, er baut damit etwas auf, verliert bei drei Prozent Inflation und null Prozent Zinsen nach zehn Jahren real über 3.600 Franken Kaufkraft — obwohl auf dem Konto 24.000 Franken stehen. Die Zahl wächst, die Kaufkraft schrumpft. Das ist die Mechanik, die niemand sehen will, weil sie schleichend ist.

Wie viel Kaufkraft geht konkret verloren — auch bei kleinen Beträgen?
Rechnen wir es durch. 10.000 Franken auf dem Sparkonto, null Prozent Zinsen, zwei Prozent Inflation pro Jahr — das ist das offizielle Inflationsziel der EZB. Nach zehn Jahren hast du immer noch 10.000 Franken auf dem Konto. Aber die Kaufkraft entspricht nur noch rund 8.200 Franken. Fast jeder fünfte Franken ist weg — nicht verschwunden, nur weniger wert. Was du dir 2016 für 10.000 Franken kaufen konntest, kostet 2026 rund 12.200 Franken. Die Differenz ist der Preis fürs Abwarten.
Bei drei Prozent Inflation, wie sie zeitweise gemessen wird, beschleunigt sich der Verlust. Nach zehn Jahren bleiben von 10.000 Franken real nur noch etwa 7.400 Franken Kaufkraft übrig — mehr als ein Viertel ist weg. Nach 20 Jahren bei zwei Prozent Inflation: 33 Prozent Kaufkraftverlust. Nach rund 35 Jahren halbiert sich die Kaufkraft. Das ist keine Theorie, das ist Mathematik. Die Formel lautet: Kaufkraft = Nominalbetrag geteilt durch (1 plus Inflationsrate) hoch Anzahl Jahre.
Über alle Sparer summiert sich das zu sehr viel verlorener Kaufkraft, weil die Zinsen die Inflation oft nicht ausgleichen. Das betrifft nicht nur die, die viel haben — das betrifft jeden, der spart. Auch wer nur 5.000 Euro auf dem Konto hat, verliert bei drei Prozent Inflation und einem Prozent Zinsen real rund 100 Euro Kaufkraft pro Jahr. Nach zehn Jahren sind das rund 1.000 Euro — weg, ohne dass du es bemerkst.
Ein konkretes Beispiel aus meiner eigenen Rechnung: Ich hatte 2016 rund 15.000 Franken auf einem klassischen Sparkonto liegen. Zinsen nahe null, dazu angenommen eine Inflation von im Schnitt 1,8 Prozent pro Jahr. Nach zehn Jahren, 2026, standen auf dem Konto durch ein paar minimale Zinsen vielleicht 15.300 Franken. Real entspricht das aber nur noch rund 12.800 Franken Kaufkraft. Ich habe über 2.500 Franken verloren — nicht durch Ausgeben, sondern durchs Liegenlassen. Das war der Moment, an dem ich verstanden habe: Als Reserve ist das Sparkonto in Ordnung — als Lösung für mehr Geld ist es ein Problem.
Fünf Zahlen, die zeigen, wie viel wirklich verschwindet
- 3Prozent Inflation pro Jahr — Beispielwert für die Rechnung
- 1Prozent Zinsen auf dem Sparkonto — Beispielwert für die Rechnung
- −2Prozent realer Kaufkraftverlust pro Jahr bei 3 % Inflation, 1 % Zinsen
- 18Prozent Kaufkraftverlust nach 10 Jahren bei 2 % Inflation pro Jahr
- 35Jahre, bis sich die Kaufkraft bei 2 % Inflation pro Jahr halbiert
Fabis Tipp
Geld, das ich erstmal nicht brauche, bleibt liegen – auf einem Tagesgeldkonto, bis die Reserve steht, die ich brauche. Danach wird angelegt: Je nach Land gibt es verschiedene Möglichkeiten, auch für die eigene Rente. Ist das erfüllt, lege ich den Rest an.
— Fabi

Wann reichen die Zinsen nicht aus, um die Inflation auszugleichen?
Wenn die Inflation höher ist als die Zinsen, die Banken auf Sparkonten zahlen, bleibt der Realzins negativ. Auf täglich fällige Spareinlagen und Einlagen mit kurzer Kündigungsfrist gibt es oft nur sehr wenig. Banken geben Änderungen der Leitzinsen häufig nur langsam und unvollständig weiter. Wie stark der Wettbewerb um Spareinlagen ist, schwankt; Kundenbindung hilft den Banken, die Zinsen niedrig zu halten.
Das Problem: Selbst wenn die Banken die Zinsen erhöhen, wird oft zuerst die Abgeltungssteuer fällig — in Deutschland 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag, in Österreich die KESt. Was nach Steuern übrig bleibt, muss dann noch die Inflation ausgleichen. Je nach Steuersatz und Inflation sind deutlich höhere Zinsen nötig, nur um den Wertverlust des Ersparten auszugleichen — nicht um real zu gewinnen, nur um bei null zu bleiben. Ein Beispiel: Bei drei Prozent Zinsen, 25 Prozent Abgeltungssteuer und drei Prozent Inflation bleiben nach Steuern 2,25 Prozent übrig — real verlierst du immer noch 0,75 Prozent pro Jahr.
Entscheidend ist der Vergleich: Liegt die Inflation über dem EZB-Ziel von zwei Prozent und die Sparzinsen darunter, verliert jeder Sparer Kaufkraft. Selbst wenn die Leitzinsen steigen, kann es dauern, bis die Banken genug weitergeben, um die Inflation auszugleichen.
Ein weiterer Punkt: Höhere Zinsen helfen vor allem denen, die langfristige Festgeldanlagen abschliessen — nicht denen, die auf Tagesgeld oder klassischen Sparbüchern sitzen. Wer Festgeld für mehrere Jahre abschliesst, bekommt bei einzelnen Banken deutlich mehr Zinsen als auf dem Tagesgeld. Das kann reichen, um die Inflation auszugleichen — aber kaum, um real zu gewinnen. Und das Geld ist für die gesamte Laufzeit gebunden. Wer Flexibilität will, zahlt dafür mit Kaufkraftverlust.


Die Zahl auf dem Konto bleibt — die Kaufkraft schrumpft
— und das Jahr für Jahr, ohne dass du es spürstWelche Fehler machen die meisten beim Sparen — und wie teuer sind sie?
Der häufigste Fehler: Zu viel Geld zu lange auf dem Sparkonto liegen lassen, weil es sich sicher anfühlt. Sicher ist es — aber sicher verlustreich. Liegen die Zinsen auf Tagesgeld und klassischen Sparbüchern unter der Inflation, ist der Realzins negativ. Wer dort sein Geld parkt, zahlt dafür — nicht mit Gebühren, sondern mit Kaufkraft. Viele lassen 20.000, 30.000 oder mehr Franken auf dem Sparkonto liegen, weil sie nicht wissen, wohin damit. Das kostet bei drei Prozent Inflation pro Jahr zwischen 600 und 900 Franken Kaufkraft — jedes Jahr.
Ein zweiter Fehler: Die Inflation unterschätzen, weil sie schleichend ist. Zwei Prozent pro Jahr klingen harmlos. Über zehn Jahre summiert sich das auf 18 Prozent Kaufkraftverlust, über 20 Jahre auf 33 Prozent. Wer 2006 zehntausend Franken aufs Sparkonto gelegt hat, hat 2026 immer noch zehntausend Franken — aber die Kaufkraft entspricht nur noch rund 6.700 Franken. Ein Drittel ist weg, und keiner hat es gemerkt, weil die Zahl gleich geblieben ist. Das ist der Unterschied zwischen Nominalwert und Realwert — und die meisten schauen nur auf den Nominalwert.
Ein dritter Fehler: Nur auf Zinsen schauen, nicht auf den Realzins. Ein Sparkonto mit einem Prozent Zinsen hört sich besser an als eines mit null Prozent. Aber bei drei Prozent Inflation verlierst du in beiden Fällen Kaufkraft — beim einen zwei Prozent real, beim anderen drei. Die Zinsen sind da, aber sie reichen nicht immer, um die Inflation auszugleichen.
Ein vierter Fehler: Die Steuer vergessen. Viele rechnen mit dem Bruttozins, nicht mit dem Nettozins. Bei einem Prozent Zinsen und 25 Prozent Abgeltungssteuer bleiben nach Steuern nur noch 0,75 Prozent übrig. Bei drei Prozent Inflation verlierst du real 2,25 Prozent pro Jahr. Die Steuer macht den ohnehin negativen Realzins noch negativer. In der Schweiz ist die Situation etwas besser, weil Zinserträge bis zu einem Freibetrag steuerfrei sein können — aber auch dort reichen die Zinsen nicht, um die Inflation auszugleichen.
Was beim Sparkonto 2026 falsch läuft
- Sparkonto ist sicher, also Geld geschütztZahl ist sicher, Kaufkraft schrumpft jährlich
- Ein Prozent Zinsen besser als nullBei 3 % Inflation verlierst du in beiden Fällen
- Inflation langfristig kein Problem2 % pro Jahr = 18 % Verlust in zehn Jahren
- Höhere Leitzinsen machen das Sparkonto automatisch attraktivEntscheidend ist, ob die Zinsen über der Inflation liegen
Was sind die Alternativen — und wie viel bringen sie wirklich?
Die einfachste Alternative: Festgeld mit längerer Laufzeit. Bei einzelnen Banken gibt es für mehrere Jahre Laufzeit deutlich höhere Zinsen als auf dem Tagesgeld. Das kann reichen, um die Inflation auszugleichen — aber kaum, um real zu gewinnen. Festgeld ist sinnvoll für Geld, das du in den nächsten Jahren sicher nicht brauchst und das du nicht riskieren willst. Es ist keine Lösung für Vermögensaufbau, aber es stoppt den Kaufkraftverlust. Wichtig: Die Laufzeit muss zur Planung passen. Wer das Geld früher braucht, zahlt oft Strafzinsen oder kommt gar nicht ran.
Die nächste Stufe: breit gestreute ETFs auf globale Indizes. Das ist eine gängige Möglichkeit, Geld langfristig arbeiten zu lassen, ohne es aktiv zu managen — andere sind etwa Immobilien oder die private Altersvorsorge. Ein ETF auf einen Index wie den MSCI World oder den FTSE All-World streut über mehrere tausend Unternehmen weltweit — das ist keine Anlageberatung und keine Erfolgsaussage: Kurse schwanken, Verluste sind möglich, und die Vergangenheit sagt nichts Sicheres über die Zukunft. Rechenbeispiel: Bei angenommenen fünf Prozent realer Rendite würden aus 10.000 Franken nach 30 Jahren rund 43.000 Franken — tatsächlich kann es mehr oder weniger sein.
Wichtig: Das ist keine Anlageberatung — und ETFs schwanken. In einzelnen Jahren kann der Kurs um 20 oder 30 Prozent fallen. Wer das Geld in fünf Jahren braucht, sollte nicht voll in Aktien gehen. Wer zehn oder 15 Jahre Zeit hat, kann die Schwankungen aussitzen. Die Coast-FIRE-Rechnung, die ich in einem anderen Artikel durchgegangen bin, zeigt, wie viel man monatlich braucht, damit der Zinseszins später die Arbeit übernimmt. Das funktioniert nur mit einer Rendite über der Inflation — und die bringt kein Sparkonto. Rechenbeispiel, keine Prognose: Wer ab 30 Jahren monatlich 500 Franken investiert und dabei fünf Prozent reale Rendite annimmt, käme mit 50 Jahren auf rund 205.000 Franken — tatsächlich kann es mehr oder weniger sein.
Eine weitere Option für kleinere Beträge: Finanzplaner und Haushaltsbücher, um überhaupt erst zu sehen, wo das Geld hingeht. Viele sparen nicht, weil sie zu wenig verdienen, sondern weil sie nicht wissen, wo die 200 oder 300 Franken im Monat versickern. Wer trackt, spart automatisch mehr — nicht durch Verzicht, sondern durch Bewusstsein.
Eine dritte Option: Die Säule 3a in der Schweiz — steuerbegünstigt, mit Wertpapier-Lösungen, die ähnlich wie ETFs funktionieren. Der Maximalbeitrag für Angestellte mit Pensionskasse liegt derzeit bei 7.258 Franken pro Jahr — prüf den aktuellen Wert. Das Geld ist bis zur Pensionierung gebunden, aber es wächst steuerfrei und wird bei Auszahlung niedriger besteuert als normales Einkommen. Für jemanden, der langfristig plant und die Bindung akzeptiert, ist das eine der wenigen echten Hebel im Schweizer Finanzsystem. Die Steuerersparnis durch den Abzug hängt stark von Kanton und Einkommen ab.
Mein Leitsatz: Immer versuchen, etwas zu machen, das Geld für einen arbeitet — statt die eigene Zeit noch einmal zu verkaufen. Ich habe selbst den Fehler gemacht, fünf Jobs gleichzeitig zu haben, um mehr Geld reinzubringen. Das ist der naheliegende Weg und der falsche. Er hat keine Decke nach oben, nur nach unten. Das Sparkonto ist dieselbe Logik: Es fühlt sich nach Sicherheit an, bringt aber nichts — ausser Verlust. Wer wirklich Vermögen aufbauen will, braucht Methoden, die skalieren. ETFs skalieren. Säule 3a skaliert. Das Sparkonto schrumpft.
Ein Rechenbeispiel zur Veranschaulichung: Wer 2021 angefangen hätte, monatlich 400 Franken in einen ETF-Sparplan zu stecken — automatisch, am Ersten des Monats —, hätte bis 2026 24.000 Franken eingezahlt. Wie sich der Depotwert entwickelt, hängt vom Markt ab: Er kann höher oder tiefer liegen und zwischendurch kräftig schwanken. Auf dem Sparkonto lägen nominal knapp 24.000 Franken — real bei drei Prozent Inflation aber deutlich weniger Kaufkraft. Das ist der Preis fürs Abwarten.

Ein solides Buch über passives Einkommen und ETFs — keine Theorie, sondern Ablauf. Wer versteht, wie Zinseszins funktioniert, trifft bessere Entscheidungen beim Geld.
Wie teile ich mein Geld 2026 sinnvoll auf — ohne alles zu riskieren?
Ich würde es in drei Töpfe aufteilen. Erster Topf: Notgroschen. Drei bis sechs Monatsausgaben auf einem Tagesgeldkonto, das du jederzeit erreichen kannst. Dieser Topf verliert real Kaufkraft, aber das ist der Preis für Liquidität. Dafür ist er da — nicht für Rendite, sondern für Sicherheit im Notfall. Rechne deine monatlichen Fixkosten durch: Miete, Versicherungen, Essen, Transport. Multipliziere mit drei bis sechs. Das ist dein Notgroschen. Alles darüber hinaus gehört nicht aufs Tagesgeldkonto.
Zweiter Topf: Geld, das du in den nächsten zwei bis fünf Jahren brauchst — für eine Anzahlung, eine Anschaffung, eine Auszeit. Das gehört auf Festgeld mit passender Laufzeit, zu den besten Zinsen, die du 2026 bekommst. Das stoppt den Kaufkraftverlust, bringt aber keine nennenswerte Rendite. Es hält die Kaufkraft stabil, mehr nicht. Vergleiche die Angebote: Die Unterschiede zwischen Banken können bei drei Jahren Laufzeit ein bis zwei Prozentpunkte ausmachen. Das sind bei 10.000 Franken über drei Jahre 300 bis 600 Franken Unterschied.
Dritter Topf: Alles, was du zehn Jahre oder länger nicht brauchst. Das kann man in breit gestreute ETFs investieren — monatlich, per Sparplan, automatisch. Nicht als einmalige grosse Summe, sondern Schritt für Schritt. Das glättet die Schwankungen und nimmt die Emotion raus. Im Haushaltsbuch-Artikel habe ich beschrieben, wie ich Einnahmen und Ausgaben tracke — dasselbe Vorgehen gilt für Sparpläne: einmal einrichten, dann läuft es. Wer jeden Monat 300 Franken investiert, merkt den Abgang kaum — aber nach zehn Jahren sind es 36.000 Franken eingezahlt, bei angenommenen fünf Prozent Rendite (Rechenbeispiel, keine Garantie) rund 47.000 Franken Depotwert.
Ein vierter Punkt, den viele vergessen: Die Reihenfolge. Erst den Notgroschen aufbauen, dann hochverzinste Schulden tilgen, dann investieren. Wer einen Konsumkredit mit acht Prozent Zinsen bedient und gleichzeitig in ETFs investiert, verliert Geld. Die acht Prozent Schuldzinsen kosten mehr, als die ETFs bringen. Erst die Schulden weg, dann das Geld arbeiten lassen. Das ist kein Ratschlag, das ist Mathematik.
- Notgroschen anlegenDieser Topf ist für Notfälle — Jobverlust, Reparatur, Krankheit. Er verliert real Kaufkraft, aber das ist der Preis für Liquidität. Rechne deine monatlichen Fixkosten durch und multipliziere mit drei bis sechs. Das Geld bleibt auf einem Tagesgeldkonto, das du jederzeit erreichen kannst.
- Mittelfristig auf FestgeldAlles, was du in absehbarer Zeit brauchst — Anzahlung, Auszeit, grosse Anschaffung — gehört auf Festgeld mit passender Laufzeit. Such die besten Zinsen für ein bis drei Jahre Laufzeit. Das stoppt den Kaufkraftverlust, bringt aber keine nennenswerte Rendite. Es hält die Kaufkraft stabil.
- Langfristig in ETFsAlles, was du die nächsten zehn Jahre nicht brauchst, kannst du zum Beispiel in einen breit gestreuten ETF auf einen globalen Index wie MSCI World oder FTSE All-World investieren. Monatlich per Sparplan, automatisch. Das glättet Schwankungen und nimmt die Emotion raus. Kurse schwanken, Verluste sind möglich — eine Renditegarantie gibt es nicht. Das ist keine Anlageberatung.
- Steuervorteil nutzenFür Schweizer: Die Säule 3a mit Wertpapier-Lösung ist einer der wenigen echten Hebel — steuerfrei wachsen lassen, bei Auszahlung niedriger besteuert. Der Maximalbeitrag liegt derzeit bei 7.258 Franken pro Jahr (aktuellen Wert prüfen). Das Geld ist bis zur Pensionierung gebunden, aber es wächst ohne Abzüge.
- Sparplan automatisierenRichte den Sparplan einmal ein — monatlicher Betrag, fester Tag, automatischer Einzug — und fass ihn nicht mehr an. Keine Panikverkäufe bei Kursrückgängen, kein Market-Timing. Die Disziplin liegt im Ablauf, nicht in der Motivation. Regelmässiges Einzahlen nimmt das Timing-Risiko heraus — Erfolg garantiert das nicht.
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Newsletter abonnieren →Warum bringt das Sparkonto oft so wenig — auch wenn die Leitzinsen steigen?
Weil die Zinsen auf Sparkonten oft unter der Inflation liegen. Steigen die Leitzinsen, geben die Banken das nur langsam und oft nur teilweise weiter. Mögliche Gründe: geringer Wettbewerb um Spareinlagen, hohe Kundenbindung, und die Banken haben selbst Kosten, die sie decken müssen.
Täglich fällige Spareinlagen bringen oft nur sehr wenig, Einlagen mit Kündigungsfrist kaum mehr. Liegt die Inflation darüber, bleibt der Realzins negativ. Höhere Leitzinsen helfen Sparern auf klassischen Sparkonten also nur, wenn die Banken sie auch weitergeben. Wer auf Festgeld mit mehreren Jahren Laufzeit geht, bekommt mehr Zinsen — aber das Geld ist dann auch gebunden. Flexibilität kostet Rendite.
Dazu kommt die Steuer. In Deutschland werden auf Zinserträge 25 Prozent Abgeltungssteuer plus Solidaritätszuschlag fällig, in Österreich die KESt. Was nach Steuern übrig bleibt, muss dann noch die Inflation schlagen. Je nach Steuersatz und Inflation brauchst du deutlich höhere Zinsen, nur um bei null rauszukommen. Solche Zinsen gibt es auf einem normalen Sparkonto selten — und selbst bei Festgeld oft nur bei langer Bindung.
Ein weiterer Faktor: Selbst wenn die Inflation langsam sinkt, bleibt sie oft über den Sparzinsen. Und selbst wenn die Zinsen weiter steigen, kann es dauern, bis Sparer real wieder Gewinn machen. Bis dahin verliert jeder, der auf dem Sparkonto sitzt, weiter Kaufkraft. Steigende Zinsen können ein Hoffnungsschimmer sein, aber sie sind kein Rettungsanker.
Was sagen die Zahlen über die nächsten Jahre — wird es besser oder schlechter?
Niemand kennt die Entwicklung der nächsten Jahre genau; offizielle Projektionen findest du bei EZB und Bundesbank. Klar ist: Selbst wenn die Inflation langsam sinkt, bleibt sie oft über den Zinsen, die Sparer bekommen. Und selbst wenn die Leitzinsen steigen, zahlen die Banken nicht sofort entsprechend mehr auf Sparkonten. Die Verzögerung kann Monate, manchmal Jahre betragen.
Ob und wann Sparer real wieder Gewinn machen — nicht nur auf dem Papier, sondern nach Abzug von Inflation und Steuern —, weiss niemand sicher. Wer jetzt auf dem Sparkonto sitzt und wartet, verliert, solange die Inflation über den Zinsen liegt, jeden Monat Kaufkraft.
Mein Urteil: Das Sparkonto bleibt für alles über die Reserve hinaus das, was es war — eine teure Illusion. Es fühlt sich sicher an, weil die Zahl nicht kleiner wird. Aber die Kaufkraft schrumpft, und das Jahr für Jahr. Wer Geld wirklich für sich arbeiten lassen will, muss es woanders hinlegen. Nicht sofort alles, nicht ohne Plan — aber schrittweise, mit Struktur, und mit der Bereitschaft, Schwankungen auszuhalten. Die Zahlen sprechen für sich: 18 Prozent Kaufkraftverlust nach zehn Jahren bei zwei Prozent Inflation. Fast jeder fünfte Franken weg. Das ist der Preis fürs Abwarten.
Ein letzter Punkt: Die langfristigen Aussichten. Niemand kann Inflation und Zinsen der nächsten zehn Jahre sicher vorhersagen. Liegen die Zinsen dauerhaft unter der Inflation, bleibt der Realzins negativ oder knapp über null. Wer langfristig Vermögen aufbauen will, kommt am Sparkonto nicht vorbei — sondern muss daran vorbei. Die Mathematik ist eindeutig.
Häufige Fragen
Ist das Sparkonto 2026 noch sicher — oder sollte ich wechseln?
Wie viel Geld sollte ich maximal auf dem Sparkonto lassen?
Wann reichen die Zinsen auf dem Sparkonto nicht aus?
Lohnt sich Festgeld 2026 überhaupt noch?
Wie fange ich mit ETFs an, wenn ich noch nie investiert habe?
Fazit
Das glaubt mir keiner — aber Geld, das über die Reserve hinaus auf dem Sparkonto liegt, ist 2026 eine der teuersten Entscheidungen, die man treffen kann. Nicht weil es unsicher ist, sondern weil es sicher verliert. Die Zahl auf dem Konto bleibt gleich, aber die Kaufkraft schrumpft Jahr für Jahr. Geld auf Sparkonto verliert an Wert Inflation — das ist keine Theorie, das ist Mathematik. Bei drei Prozent Inflation und einem Prozent Zinsen verlierst du real rund zwei Prozent pro Jahr. Nach zehn Jahren ist fast jeder fünfte Franken weg — nicht verschwunden, nur weniger wert.
Höhere Leitzinsen allein ändern daran wenig, solange die Banken sie nur langsam weitergeben. Liegen die Sparzinsen unter der Inflation, bleibt der Realzins negativ. Wer auf dem Sparkonto sitzt und wartet, verliert jeden Monat Kaufkraft. Die Zahlen sind eindeutig: 18 Prozent Kaufkraftverlust nach zehn Jahren bei zwei Prozent Inflation. Fast jeder fünfte Franken weg.
Der Ansatz in drei Töpfen: Notgroschen auf Tagesgeld, drei bis sechs Monatsausgaben — der Preis für Liquidität. Mittelfristiges Geld auf Festgeld mit passender Laufzeit, um den Kaufkraftverlust zu stoppen. Und alles, was man zehn Jahre oder länger nicht braucht, zum Beispiel in breit gestreute ETFs oder die eigene Altersvorsorge — monatlich, per Sparplan, automatisch. Nicht als einmalige grosse Summe, sondern schrittweise. Das glättet die Schwankungen und nimmt die Emotion raus. Rechenbeispiel, keine Prognose: Wer jeden Monat 500 Franken investiert und fünf Prozent Rendite annimmt, käme nach 15 Jahren auf rund 130.000 Franken — tatsächlich kann es mehr oder weniger sein.
Ich halte das Sparkonto als Vermögensaufbau für eine Illusion — nicht weil es unsicher ist, sondern weil es sicher verliert. Wer Geld wirklich für sich arbeiten lassen will, muss es woanders hinlegen. Nicht sofort alles, nicht ohne Plan — aber schrittweise, mit Struktur, und mit der Bereitschaft, Schwankungen auszuhalten. Die Zahlen sprechen für sich: Geld auf Sparkonto verliert an Wert Inflation, und das wird sich 2026 nicht ändern. Fast jeder fünfte Franken weg. Das ist der Preis fürs Abwarten.
Die Rechnung ist einfach. Deine Zahl kennst du trotzdem nicht.
Der Rechner sagt dir, wie viel im Monat reinkommen muss, damit du nicht mehr auf den Lohn angewiesen bist. Eine Zahl. Danach weisst du, worauf du eigentlich hinarbeitest.
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Lieber erst umsehen? Hier fängt alles an.
ALPFIT.