Finanzielle Freiheit
Ehrlich. Ohne Bullshit.Finanzielle Freiheit trotz Familie und Kredit: Geht das?

Finanzielle Freiheit trotz Familie und Kredit gilt bei vielen als Widerspruch: Wer jeden Monat Rate, Miete und Kinderkosten zahlt, soll bitte zuerst schuldenfrei werden und dann über Freiheit reden. Ich sehe das anders. Freiheit ist kein Zustand nach dem letzten Kreditfranken, sondern ein Ablauf, den du heute beginnst.
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Ist finanzielle Freiheit trotz Familie und Kredit überhaupt realistisch?
Ja, aber nicht in der Version, die dir Social Media verkauft. Realistisch ist nicht „mit 40 aufhören zu arbeiten“, sondern Schritt für Schritt unabhängiger zu werden: weniger Druck, mehr Puffer, ein Vermögen, das mit der Zeit für dich arbeitet. Das geht auch mit Rate und Kindern.
Ich schreibe dir hier keine Erfolgsgeschichte mit Zahlen aus meinem Konto, die gehören nicht in einen Blog. Was ich dir gebe, sind Rechnungen, die du selbst nachrechnen kannst, klare Empfehlungen und Fehler, die ich selbst gemacht habe. Das ist ehrlicher als jede Traumzahl.
Mein Ziel ist nicht Ruhestand, sondern Unabhängigkeit. Mein Job als Filialleiter bleibt, bis die Zahl steht, die ich für mich festgelegt habe. Der Job ist kein Feind, er ist die Finanzierung der Freiheit. Dieselbe Haltung gilt für dich, ob mit oder ohne Familie.
Der Denkfehler, den ich am häufigsten sehe: Man vergleicht sich mit Menschen, die keine Kinder und keine Rate haben, und zieht daraus den Schluss, das Ganze sei nichts für einen selbst. Dabei ist der Vergleich unfair. Wer Verantwortung trägt, startet mit einem anderen Rucksack und braucht ein anderes Tempo, nicht ein anderes Ziel.
Freiheit heisst für mich zunächst etwas sehr Bodenständiges: Wenn morgen die Waschmaschine kaputtgeht, bricht nicht der ganze Monat zusammen. Wenn der Chef einen schlechten Tag hat, musst du nicht schlucken, weil du jeden Franken brauchst. Das ist keine Villa am See, aber im Alltag spürst du es jeden Tag.
Als Filialleiter sehe ich dieses Muster auch bei Kolleginnen und Kollegen. Wer am 25. des Monats schon nervös aufs Konto schaut, trifft im Job andere Entscheidungen als jemand mit einem kleinen Polster. Er sagt zu schnell Ja, übernimmt Dienste, die er nicht will, und schweigt, wenn er widersprechen müsste. Ein Puffer von ein paar Monatsausgaben verändert nicht dein Einkommen, aber deine Haltung. Und genau die ist der erste Schritt zur Unabhängigkeit.
Wie ich das im Alltag mit einem Vollzeitjob angehe, habe ich in meinem Artikel zu finanzieller Freiheit mit Vollzeitjob beschrieben. Hier geht es um die zusätzliche Last: Familie und Kredit.
Wie viel sparen Haushalte wirklich, und was heisst das für dich?
Im Schnitt legen private Haushalte in Deutschland rund jeden zehnten Euro zur Seite. Als Vergleich ist das nützlich, als Zielvorgabe nicht. Dein Haushalt hat eigene Fixkosten, und eine Familie mit Kredit liegt oft darunter oder darüber. Entscheidend ist, dass du deine eigene Quote kennst.
Laut Trading Economics lag die Sparquote der deutschen Haushalte im ersten Quartal 2026 bei 10,1 Prozent, nach 10,3 Prozent im Vorquartal. Die Daten stammen vermutlich vom Statistischen Bundesamt, ich habe sie nicht an der Primärquelle geprüft. Für 2024 nennt die DZ Bank 11,3 Prozent, historisch erhöht.
Ein Rechenbeispiel, frei erfunden und nur zum Üben: Bei 6’000 Franken Nettoeinkommen im Monat sind zehn Prozent genau 600 Franken. Wer 300 Franken weglegt, ist bei fünf Prozent. Das ist kein Versagen, sondern ein Startpunkt, den du ehrlich kennen musst.
So findest du deine Quote: Nimm das Geld, das im letzten Monat auf dein Sparkonto oder in deinen Sparplan floss, und teile es durch dein Nettoeinkommen. Mehr ist es nicht. Wenn die Zahl null ist, ist das auch eine Information, und zwar eine nützliche, weil du jetzt weisst, wo du anfängst.
Die Zahlen sind deutsche Zahlen. Für die Schweiz gelten andere Löhne und andere Kosten, etwa bei Krankenkasse und Miete. Nimm sie als Spiegel, nicht als Latte. Wichtiger als der Schnitt ist, ob deine Quote in den letzten Monaten gestiegen oder gefallen ist.
Schreib die Quote nach jedem Monat in dasselbe Notizbuch, immer an dieselbe Stelle. Nach einem halben Jahr siehst du eine Linie statt einer Momentaufnahme. Ein Ausreisser im Dezember wegen der Geschenke oder im Sommer wegen der Ferien ist normal. Wichtig ist, dass du erkennst, welche Monate teuer sind, und sie im nächsten Jahr einplanst, statt von ihnen überrascht zu werden.
Vier Zahlen zum Einordnen
- 10,1Prozent Sparquote Deutschland, 1. Quartal 2026 — Trading Economics
- 11,3Prozent Sparquote 2024 — DZ Bank Research, Juni 2025
- 7’258Franken pro Jahr in die Säule 3a für Angestellte — BSV
- 5,5Stunden bleiben nach Arbeit, Schlaf, Essen, Pflege — meine Rechnung
Was kostet dich ein Kredit wirklich, und wann lohnt sich Tilgen?
Ein Kredit kostet dich Zins, und der Zinssatz entscheidet, ob Tilgen oder Anlegen die bessere Wahl ist. Die einfache Regel: Der teuerste Kredit kommt zuerst dran. Ein Konsumkredit mit hohem Zins ist ein Feind, eine günstige Hypothek eher ein Werkzeug.
Rechne es einmal durch, mit Beispielzahlen: 20’000 Franken Restschuld zu acht Prozent kosten rund 1’600 Franken Zins im Jahr, also etwa 133 Franken im Monat. Dieses Geld arbeitet für die Bank, nicht für dich. Tilgst du diesen Kredit, hast du eine sichere „Rendite“ von acht Prozent, ohne Marktrisiko.
Bei der Hypothek ist es anders. Die Zinsen und Bedingungen ändern sich, ich habe die aktuellen Sätze nicht geprüft und nenne dir deshalb keine Zahl. Schau bei deiner Bank und frag, was Sonderzahlungen kosten. Ein einfacher Taschenrechner reicht dafür völlig.
Frag bei jedem Kredit drei Dinge: Wie hoch ist der Zinssatz, ab wann darfst du zusätzlich zurückzahlen, und was kostet dich das? Manche Verträge erlauben Sonderzahlungen gratis, andere verlangen eine Gebühr. Diese Gebühr kann den Vorteil der Extra-Tilgung auffressen, und genau das siehst du erst, wenn du nachfragst.
Und noch etwas, das in keiner Tabelle steht: Eine Rate ist auch ein Stück Sicherheit im Kopf. Wer jeden Monat weiss, was er zahlt, schläft oft besser als jemand, der alles auf einmal loswerden will und dabei den Puffer leerräumt. Tilgen ist gut, aber nicht um jeden Preis.
Mach dir eine kleine Liste mit allen Krediten, sortiert nach Zinssatz: oben der teuerste, unten der günstigste. Daneben schreibst du die Restschuld und die monatliche Rate. Das dauert zehn Minuten am Küchentisch und zeigt dir oft zum ersten Mal, wo dein Geld wirklich hinfliesst. Viele merken dabei, dass ein kleiner Kredit mit hohem Zins mehr Druck macht als die grosse, günstige Hypothek.
Wann Anlegen vor Tilgen geht, hängt von der Differenz ab. Eine Anlagerendite ist nie garantiert, ein gesparter Zins schon. Wie ein regelmässiger Sparplan in den Markt funktioniert, erkläre ich im Artikel zum Cost-Average-Effekt.


Der teuerste Kredit kommt zuerst dran. Alles andere ist Bauchgefühl mit Zinsen.
— meine Haltung zu SchuldenWelche Fehler bremsen Familien auf dem Weg zur Freiheit?
Der häufigste Fehler ist, zu viel auf einmal zu wollen: Notgroschen, Tilgung, ETF (börsengehandelter Indexfonds), Nebenprojekt und Haushaltsbuch, alles gleichzeitig ab nächstem Montag. Nach drei Wochen ist die Luft raus. Das Muster kenne ich aus eigener Erfahrung, in Training wie in Geld.
Mein eigener Fehler beim Geld waren fünf Jobs, um mehr Geld hereinzubringen. Mehr Stunden zu verkaufen ist der naheliegende Weg und der falsche. Er hat keine Decke nach oben, nur nach unten: Irgendwann ist der Tag voll, und die Gesundheit zahlt. Mit Familie ist dieser Weg noch teurer, weil die Zeit zuhause fehlt.
Ich erinnere mich gut an diese Phase: früh raus, Schicht, zwischendurch ein zweiter Job, abends der dritte, am Wochenende der Rest. Auf dem Papier kam mehr Geld herein. In Wirklichkeit gab ich es für Müdigkeit aus: Fertigessen, Kaffee, Ausreden. Am Ende war der Gewinn kleiner, als die Rechnung vorher versprochen hatte.
Ein zweiter Fehler von mir: In jungen Jahren wollte ich im Job zu schnell erfolgreich werden und habe die Dinge rundherum vernachlässigt. Der Erfolg kam, der Preis auch. Heute baue ich langsamer, aber so, dass es hält. Ordnung, Struktur, Routine, Konsistenz, in dieser Reihenfolge.
Der dritte Fehler ist stilles Ignorieren. Wer Kontoauszüge nicht öffnet, weil sie wehtun, wird von ihnen überrascht. Ein Blick pro Monat kostet zehn Minuten und nimmt der Zahl die Macht.
Dazu kommt ein vierter, den ich vor allem bei Familien sehe: Man spart am falschen Ende. Der Kaffee unterwegs wird zum Schuldigen erklärt, während Versicherungen, Abos und Verträge seit Jahren unbesehen weiterlaufen. Schau zuerst auf die grossen Posten, denn dort liegt der Hebel, und erst danach auf die Kleinigkeiten.
Ein fünfter Fehler ist der Alleingang. Wer das Thema allein mit sich ausmacht, trägt es als Last und nicht als gemeinsames Vorhaben. Wenn dein Partner oder deine Partnerin nicht weiss, warum du plötzlich Zahlen aufschreibst, entsteht schnell Streit statt Fortschritt. Erkläre in zwei, drei Sätzen, was du vorhast und warum. Das reicht oft schon, damit aus Misstrauen Unterstützung wird.
Geld-Irrtümer mit Familie und Kredit
- Erst schuldenfrei, dann anfangen zu sparenPuffer und Tilgung laufen parallel, klein aber fix
- Mehr Stunden arbeiten löst das GeldproblemZeit ist begrenzt, Geld muss für dich arbeiten
- Alles gleichzeitig starten bringt am meistenEin Schritt nach dem anderen hält durch
- Kontoauszug ignorieren schont die NervenZehn Minuten pro Monat nehmen die Angst
Wo findest du Zeit, wenn der Alltag schon voll ist?
Mehr Zeit hast du, als du denkst, aber weniger, als Motivationsposter behaupten. Ich rechne das Argument „ich habe keine Zeit“ einfach durch. Der Tag hat 24 Stunden: Acht gehen für die Arbeit drauf, eine fürs Essen, acht für den Schlaf, auch wenn die meisten eher sechs bis sieben schlafen.
Dazu eine halbe Stunde Toilette und eine Stunde Körperpflege. Es bleiben 5,5 Stunden. Rechne deinen Arbeitsweg dazu, sagen wir anderthalb Stunden, dann sind es vier. Zieh ehrlich die Familienzeit ab: Kinder ins Bett bringen, Hausaufgaben, Kochen. Dann bleibt weniger, aber selten null.
Aus dieser Restzeit holst du drei bis vier Einheiten Sport zu 40 Minuten, mit Hin- und Rückfahrt rund eine Stunde pro Einheit. Und es bleibt noch Zeit für alles andere. Genauso gehören zehn Minuten Geld-Routine in diese Rechnung. Das ist ein Bruchteil dessen, was Scrollen kostet.
Ein Beispiel aus meinem Alltag: Die zehn Minuten für die Zahlen lege ich nicht „irgendwann“, sondern fest an einen Tag und eine Uhrzeit, am Abend, wenn es im Haus ruhig ist. Kein Termin, kein Plan, nur Konten öffnen, Quote ansehen, Notiz machen. Was einen festen Platz hat, passiert. Was auf Lust wartet, passiert nicht.
Schau dir einmal an, wie viel Zeit am Handy verschwindet. Die Bildschirmzeit-Anzeige verrät es dir in Sekunden. Schon eine halbe Stunde davon, auf den Abend verteilt, reicht für Haushaltsbuch, Vertragscheck und eine kurze Notiz. Du musst nichts opfern, was dir wirklich wichtig ist, nur das, was du ohnehin nicht bewusst gewählt hast.
Mein eigenes Ziel ist maximal eine Stunde Arbeit pro Tag an ALPFIT, der Rest läuft automatisiert. Vollzeitjob, Training, abends schreiben: Das geht nur mit klarer Struktur. Wie du deine Aufmerksamkeit dafür schützt, habe ich in meinen Regeln zum Fokus beschrieben.
Wie baust du Vermögen auf, wenn jeder Franken verplant ist?
Du baust Vermögen auf, indem du den Betrag vor dem Alltag weglegst, nicht danach. Was am Monatsende übrig bleibt, ist meistens null. Ein Dauerauftrag direkt nach dem Lohn macht aus dem guten Vorsatz eine Routine, die nicht von deiner Tageslaune abhängt.
Mein Leitsatz: immer versuchen, etwas zu machen, das Geld für dich arbeiten lässt, statt deine Zeit noch einmal zu verkaufen. Auch kleine Beträge zählen. Bei 250 Franken im Monat sind das 3’000 Franken im Jahr und nach zehn Jahren 30’000 Franken, noch ohne jede Rendite. Eine Rendite ist nie garantiert, aber sie kommt obendrauf.
Wer jeden Franken verplant hat, findet das Geld nicht im Budget, sondern im Detail. Geh deine Fixkosten einmal Posten für Posten durch und frag bei jedem: Brauche ich das noch, und zahle ich dafür zu viel? Schon ein, zwei gekündigte Abos oder ein neu verhandelter Vertrag ergeben einen Dauerauftrag, den du kaum spürst.
Mach daraus einen festen Abend: Kontoauszug, Vertragsordner und Notizbuch auf den Tisch, Kaffee daneben. Du gehst die Posten der Reihe nach durch, streichst, was du nicht nutzt, und schreibst neben jeden Vertrag das Datum, an dem er kündbar ist. So wird aus einem einmaligen Aufräumen eine Gewohnheit, und der frei gewordene Betrag geht sofort in den Dauerauftrag, bevor er im Alltag versickert.
In der Schweiz gibt es dazu die Säule 3a, die gebundene Vorsorge mit Steuervorteil. Für Angestellte mit Pensionskasse liegt die Obergrenze laut Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) bei 7’258 Franken im Jahr. Prüf den aktuellen Wert und die Regeln vor dem Einzahlen selbst.
Mehrere Einkommensströme parallel aufzubauen ist besser, als alles auf einen zu setzen. Das heisst nicht, fünf Nebenjobs anzunehmen. Das war mein Fehler. Es heisst, über Jahre eine zweite und dritte Quelle zu entwickeln, die ohne deine Stunden wächst.
Steigt dein Lohn, gilt eine einfache Regel: Die Hälfte der Erhöhung geht automatisch in den Sparbetrag, bevor sich dein Lebensstil daran gewöhnt. So wächst dein Vermögen mit, ohne dass es sich nach Verzicht anfühlt. Das ist meine Faustregel, keine Studie.

Ein einfaches Haushaltsbuch für wenige Franken: Du siehst schwarz auf weiss, wohin das Geld läuft, und kannst deine Sparquote ohne App berechnen.
Was machst du zuerst: Puffer, Tilgung oder Anlegen?
Zuerst kommt der Puffer, dann die Tilgung des teuersten Kredits, dann das regelmässige Anlegen. Diese Reihenfolge verhindert, dass der nächste Defekt oder die nächste Zahnarztrechnung dich zurück in den Kredit schickt. Eine gängige Faustregel sind drei Monatsausgaben auf einem separaten Konto.
Mit Familie darfst du den Puffer gerne grösser denken, weil mehr Menschen vom Einkommen abhängen. Das ist meine Einschätzung, keine Studie. Der Puffer ist langweilig, aber er ist die Voraussetzung für alles andere. Wer ihn überspringt, baut auf Sand.
Ein Beispiel zum Üben: Liegen deine Monatsausgaben bei 4’500 Franken, sind drei Monate 13’500 Franken. Das klingt nach einem Berg. Bei 300 Franken pro Monat brauchst du dafür knapp vier Jahre. Genau deshalb ist es wichtig, früh zu starten und das Ziel in kleine Etappen zu teilen, etwa die erste Monatsausgabe als erste Marke.
Hilfreich ist ein eigenes Konto, das einen klaren Namen trägt, zum Beispiel „Puffer, nicht anfassen“. Ein Name klingt nach Kleinigkeit, aber er hält dich im schwachen Moment davon ab, das Geld für den Urlaub oder ein neues Handy abzuzweigen. Wenn der Puffer einmal angebrochen wird, weil die Waschmaschine wirklich kaputt ist, füllst du ihn danach wieder auf. Dafür ist er da.
Hier der Ablauf in Kurzform. Wie viel Geld insgesamt für dein Ziel nötig ist, rechnest du im Artikel zu den Zahlen für finanzielle Freiheit nach. Die Schritte hier sind der Rahmen, nicht der ganze Weg.
- Alle Zahlen auf eine SeiteDu kannst nichts steuern, was du nicht siehst. Nimm ein Blatt und trag Einnahmen, Fixkosten, Kreditrate und Variables ein. Ohne Schönfärberei, es zählt nur die Wahrheit.
- Puffer vor Extras aufbauenLege drei Monatsausgaben auf ein separates Konto, Schritt für Schritt. Das ist keine Anlage, sondern Versicherung gegen dein eigenes Leben. Erst danach lohnt sich der nächste Schritt.
- Teuersten Kredit zuerst tilgenSortiere deine Schulden nach Zinssatz und zahle zusätzlich auf die teuerste ab. Die gesparten Zinsen sind eine sichere Rendite. Bei einer günstigen Hypothek bist du meist entspannter.
- Sparbetrag automatisch weglegenBestimme einen fixen Betrag und richte den Dauerauftrag für den Tag nach dem Lohn ein. Was weg ist, kannst du nicht ausgeben. Fang lieber klein an und bleib dran.
- Zeit nicht doppelt verkaufenMehr Stunden verkaufen hat nach oben keine Decke und nach unten nur Verschleiss. Suche eine zweite Quelle, die mit Zeit wächst statt mit Stunden. Das dauert Jahre, nicht Wochen.
- Einmal pro Monat prüfenSetz dir einen festen Termin, an dem du Konten, Quote und Kredit ansiehst. Nicht öfter, sonst wirst du nervös. Dieser Termin ist die Konsistenz, die den Unterschied macht.
Wie hältst du das über Jahre durch, ohne Extreme?
Du hältst es durch, indem du keine Extreme fährst. Was man nicht jahrelang durchhält, ist kein Ablauf, sondern eine Phase. Dieses Prinzip habe ich aus meinen Ernährungsfehlern mitgenommen: Ich bin einmal rein auf Low Carb und Keto gegangen und habe gelernt, dass Radikalität nie lange trägt.
Beim Geld gilt dasselbe. Extremes Sparen, bei dem du jeden Franken umdrehst und dir alles verbietest, endet meist im Frust und im Rückfall. Was ich vom Frugalismus halte, steht in meiner Kritik am Frugalismus. Kurz: Die Idee ist gut, das Extrem nicht.
Wer finanzielle Freiheit trotz Familie und Kredit anstrebt, braucht vor allem einen Ablauf, der auch in schlechten Wochen läuft: Kind krank, Auto kaputt, Überstunden. Plane deshalb so, dass ein verpasster Monat nicht das ganze Vorhaben kippt. Wer einmal aussetzt und am nächsten Monat wieder einsteigt, hat nichts verloren.
Spare dort, wo es nicht wehtut. Ein praktisches Beispiel: Ich koche am Sonntag vor und friere ein, von Montag bis Mittwoch kommt das Essen aus dem Kühlschrank, ab Donnerstag aus dem Gefrierfach. Mit guten Meal-Prep-Boxen sparst du Geld und Entscheidungen.
Auch beim Training gilt: günstig und leise. Wer im Mehrfamilienhaus wohnt, sollte vor dem Kauf an den Krach denken. Das war mein Fehler mit einer Sportstation für zuhause. Widerstandsbänder kosten wenig, sind leise und ersetzen oft ein teures Abo.
Rausgeworfenes Geld war für mich auch ein Kauf von L-Carnitin. Ein Supplement ist nie der Hebel, den du suchst. Lies lieber ein Buch, das deinen Blick auf Geld ordnet, etwa einen Klassiker über Sparen und Vermögen. Das ist die bessere Investition.
Belohnen darfst du dich trotzdem. Ein fester kleiner Posten für Dinge, die einfach Freude machen, hält die Motivation am Leben. Wer sich gar nichts gönnt, bricht irgendwann aus, und der Ausbruch kostet meist mehr als der kleine Posten je gekostet hätte.
Hilfreich ist auch ein Blick zurück. Einmal im Jahr schaue ich, was sich verändert hat: Ist der Puffer gewachsen, ist ein Kredit kleiner geworden, läuft der Dauerauftrag noch? Diese Rückschau dauert eine Stunde und motiviert mehr als jede Tabelle, weil du Fortschritt siehst, den du im Alltag nie bemerken würdest.
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Ich lege den Job nicht ab, bis die Zahl steht. Das ist keine Schwäche, sondern Risikomanagement. Mit Kindern und Kredit trägst du Verantwortung, die du nicht auf eine Wette setzen solltest. Ein sicherer Lohn bezahlt deine Freiheit, während sie wächst.
Unterwegs gewinnst du schon viel: weniger Existenzangst, weil der Puffer steht. Mehr Verhandlungsmacht im Job, weil du nicht auf jeden Franken angewiesen bist. Und ein ruhigeres Zuhause, weil Geld kein Dauerstreit mehr ist. Das ist der echte Gewinn auf dem Weg, lange vor der Endzahl.
Rechne die Zahl ehrlich aus: Nimm deine jährlichen Ausgaben und überlege, welcher Teil davon dauerhaft aus Vermögen und Nebeneinkommen kommen müsste. Dann siehst du, wie weit du schon bist und wie weit noch zu gehen ist. Die Zahl wird sich ändern, wenn die Kinder älter werden und der Kredit sinkt, und das ist in Ordnung.
Ein Gedankenspiel hilft dabei: Was würdest du ändern, wenn du in einem Jahr nur noch 80 Prozent arbeiten wolltest? Welche Ausgaben müssten dann wegfallen, welche Einnahmen dazukommen? Du musst das nicht umsetzen. Aber die Antwort zeigt dir, wo deine Fixkosten zu hoch sind und welche Schritte dir wirklich Freiheit bringen würden.
Sprich auch mit deinem Partner oder deiner Partnerin darüber. Ein Plan, den nur einer kennt, hält selten. Wenn beide wissen, wohin das Geld geht und warum, wird aus dem Sparen ein gemeinsames Projekt statt eines Streitpunkts.
Setz dir einen Termin im Kalender: einmal im Monat zehn Minuten für Zahlen, einmal im Jahr eine Stunde für die grosse Linie. Mehr braucht es nicht. Die Wirkung kommt aus der Wiederholung, nicht aus einem einmaligen Kraftakt.

Häufige Fragen
Ist finanzielle Freiheit trotz Familie und Kredit wirklich möglich?
Soll ich zuerst den Kredit tilgen oder investieren?
Wie viel sollte ich als Familie pro Monat sparen?
Fazit
Das glaubt mir keiner — aber finanzielle Freiheit trotz Familie und Kredit ist kein Luxus für Singles ohne Verpflichtungen. Sie ist ein Ablauf aus Ordnung, Struktur, Routine und Konsistenz, den du auch mit vollem Terminkalender beginnen kannst.
Fang mit der Seite an, auf der alle Zahlen stehen. Dann Puffer, dann der teuerste Kredit, dann der automatische Sparbetrag. Und verkauf deine Zeit nicht noch ein sechstes Mal, wenn Geld für dich arbeiten kann. Alles Weitere erzähle ich dir im Newsletter.
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Der Rechner sagt dir, wie viel im Monat reinkommen muss, damit du nicht mehr auf den Lohn angewiesen bist. Danach weisst du, worauf du eigentlich hinarbeitest.
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