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Wie viel Geld sollte man mit 40 gespart haben: 7 Zahlen, die 2026 wirklich zählen

Fabian Waizenhöfer  ·  12 Min Lesezeit  ·  Ratgeber
Wie viel Geld sollte man mit 40 gespart haben: AlFi steht vor einem Stapel Geldscheine und realisiert die Lücke

Wie viel Geld sollte man mit 40 gespart haben — die Frage treibt viele um, und die Antworten liegen meistens irgendwo zwischen unbequem und utopisch. Die Faustregeln rechnen mit dem Zwei- bis Dreifachen des Bruttojahresgehalts. Bei 80.000 Franken Jahresgehalt wären das 160.000 bis 240.000 Franken. Die Realität der meisten liegt weit darunter. Der Median in der Schweiz für 35- bis 44-Jährige lag 2023 bei 26.900 Franken — also einem Zehntel der oberen Faustregel. Und dazwischen stehst du, mit einem Ziel, das du nicht selbst gesetzt hast, und einer Lücke, die niemand ausspricht. Ich zeige dir, wo die Zahlen herkommen, wo du heute wirklich stehst und wo du anfängst — ohne Bullshit.

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Wie viel Geld sollte man mit 40 gespart haben: Welche Faustregeln gelten 2026?

Die gängigste Faustregel kommt von Fidelity Investments und besagt: Mit 40 solltest du das Dreifache deines Bruttojahreseinkommens gespart haben. Bei einem Jahresgehalt von 70.000 Franken wären das 210.000 Franken. Eine andere Variante rechnet mit dem Zwei- bis Dreifachen, je nach Quelle. Das klingt sauber, und es rechnet sich leicht — nur steht nirgends, wie du das schaffen sollst, wenn du mit 25 noch studiert hast, mit 30 noch Schulden hattest und mit 35 dein erstes anständiges Gehalt verdient hast.

Die Variante mit dem Nettoeinkommen setzt tiefer an: drei bis vier Jahresnettogehälter. Bei 4.000 Franken netto pro Monat sind das 144.000 bis 192.000 Franken. Immer noch eine Hausnummer, aber näher an dem, was jemand tatsächlich zurücklegen kann. Der Unterschied zwischen Brutto und Netto ist nicht nur eine Rechnengrösse — er ist der Unterschied zwischen einer Zahl, die motiviert, und einer, die entmutigt.

Wichtig: Diese Faustregeln meinen das Nettovermögen — also alles, was dir gehört, abzüglich aller Schulden. Laut der Deutschen Bundesbank zählen dazu Grundbesitz, Wertpapiere, Bargeld, Konten — nicht nur der Kontostand. Wer eine Hypothek bedient, zieht die Restschuld ab. Wer ein Auto geleast hat, zählt es nicht. Das Ergebnis ist eine Zahl, die ehrlich ist — und die für viele ernüchternd ausfällt.

Die Faustregeln gehen davon aus, dass du mit 25 ins Berufsleben einsteigst und ab diesem Zeitpunkt kontinuierlich sparst. Fünfzehn Jahre lang, jeden Monat einen festen Betrag. Aber die Realität sieht anders aus: Viele starten mit Schulden aus dem Studium, andere wechseln mehrmals den Job, wieder andere gründen eine Familie und haben kaum Spielraum. Die Faustregel ignoriert Lebensrealitäten — sie rechnet mit einem linearen Verlauf, den fast niemand hat.

Ein weiterer Punkt: Die Faustregeln berücksichtigen nicht, dass die Sparquote in den ersten Berufsjahren oft niedriger ist. Wer mit 25 ein Einstiegsgehalt von 50.000 Franken verdient, kann nicht dieselbe absolute Summe zurücklegen wie jemand, der mit 35 schon 80.000 Franken verdient. Trotzdem soll das Endvermögen mit 40 auf demselben Niveau liegen. Die Rechnung geht nur auf, wenn du entweder früh viel sparst oder später massiv aufholst — beides ist schwer.

Die gängigen Ratgeber verschweigen oft, dass die Kaufkraft stark variiert. Wer in Zürich lebt und 90.000 Franken verdient, hat nach Abzug von Miete, Krankenkasse und Lebenshaltung oft weniger übrig als jemand in einer ländlichen Region mit 70.000 Franken Gehalt. Die Faustregel kennt keine Postleitzahlen — aber deine Sparfähigkeit schon. Deshalb ist es wichtiger, deine eigene Sparquote zu kennen als dich an abstrakten Formeln zu messen.

Trotz all dieser Einschränkungen sind die Faustregeln ein nützlicher Orientierungspunkt. Sie zeigen dir, wo du theoretisch stehen solltest. Die Lücke zwischen Theorie und Praxis ist nicht dein Versagen — sie ist der Normalfall. Aber sie zeigt dir auch, dass Aufholen möglich ist, wenn du jetzt anfängst und konsequent bleibst.

Mit 40 das eigene Vermögen berechnen: AlFi sitzt am Küchentisch mit Taschenrechner und Papier
Mein Alltag: Vollzeit-Job, Training, abends rechnen — die Lücke kennt jeder

Wo steht die Mehrheit wirklich — und warum die Lücke so gross ist

Die Zahlen aus der Praxis sehen anders aus als die Faustregeln. In Deutschland lag das Durchschnittsvermögen der 40- bis 44-Jährigen 2023 bei 87.200 Euro — das klingt nach viel, nur ziehen die reichsten zehn Prozent mit 438.900 Euro den Schnitt nach oben. Der Median, also der Wert, bei dem die eine Hälfte mehr hat und die andere weniger, lag 2023 bei 75.500 Euro. In der Schweiz sieht es noch ernüchternder aus: Der Median für 35- bis 44-Jährige lag bei 26.900 Franken. Damit ist die Mehrheit Lichtjahre entfernt von den 150.000 bis 250.000 Franken, die die Faustregeln verlangen.

Die Lücke entsteht aus drei Gründen. Erstens: Die meisten fangen spät an. Wer mit 25 noch studiert, mit 28 den ersten Job antritt und mit 30 ein Gehalt hat, von dem etwas übrig bleibt, hat bis 40 nur zehn Jahre Zeit — nicht zwanzig. Zweitens: Die Sparquote ist zu niedrig. Experten empfehlen 20 bis 30 Prozent des Einkommens zurückzulegen. Die Realität liegt bei vielen zwischen fünf und zehn Prozent. Drittens: Schulden fressen das Vermögen auf. Wer mit 35 noch ein geleastes Auto abbezahlt oder eine teure Wohnung abbezahlt, baut kein Nettovermögen auf — er bedient Verpflichtungen.

Ich habe diesen Fehler selbst gemacht: Ich hatte fünf Jobs gleichzeitig. Das war der naheliegende Weg und der falsche. Mehr Stunden verkaufen hat keine Decke nach oben, nur nach unten. Was ich daraus gelernt habe: Immer versuchen, etwas zu machen, das Geld für einen arbeitet — statt die eigene Zeit noch einmal zu verkaufen.

Ein vierter Grund, den viele übersehen: Lebensstil-Inflation. Wer mit 30 mehr verdient als mit 25, gibt oft auch mehr aus. Die Wohnung wird grösser, das Auto neuer, die Ferien teurer. Das Einkommen steigt, aber die Sparquote bleibt gleich — oder sinkt sogar. Was als Belohnung für harte Arbeit gedacht ist, wird zur Falle. Wer seinen Lebensstil an jedes neue Gehalt anpasst, spart nie mehr als vorher.

Ein fünfter Grund: fehlende Finanzbildung. Die wenigsten lernen in der Schule, wie man ein Budget erstellt, wie der Zinseszins funktioniert oder was ein ETF ist. Die meisten beginnen erst mit 30 oder 35, sich ernsthaft mit Geld zu beschäftigen — und bis dahin sind Jahre verloren. Wer nicht weiss, dass ein Konsumkredit mit acht Prozent Zinsen seine Rendite auffrisst, trifft schlechte Entscheidungen. Wer nicht weiss, dass Zeit wichtiger ist als Betrag, fängt zu spät an. Ein solides Finanzbuch kann hier den Unterschied machen — nicht um alles zu wissen, sondern um die Grundlagen zu verstehen.

Ein sechster Grund, über den selten gesprochen wird: fehlende Automatisierung. Wer jeden Monat neu entscheidet, ob und wie viel er spart, spart nicht. Die Disziplin hält nicht durch — weder bei der Ernährung noch beim Geld. Wer einen Dauerauftrag einrichtet, der direkt nach dem Gehalt läuft, spart automatisch. Was nicht sichtbar ist, wird nicht ausgegeben. Wer diesen Schritt nicht geht, verliert Monate und Jahre, weil gute Absichten nicht genügen.

Die gute Nachricht: Die Lücke ist kein endgültiges Urteil. Wer mit 40 erst 30.000 Franken hat, kann in den nächsten 25 Jahren aufholen — wenn er jetzt anfängt. Der Zinseszins braucht Zeit, aber 25 Jahre reichen. Wer ab jetzt 600 Franken pro Monat spart und fünf Prozent Rendite erzielt, hat mit 65 rund 356.000 Franken. Das ist nicht die Faustregel, aber es ist ein solides Polster.

Die echten Zahlen 2026

  • 26900Franken Medianvermögen in der Schweiz, 35–44 Jahre — 2023
  • 75500Euro Medianvermögen in Deutschland, 40–44 Jahre — Bundesbank
  • 3xBruttojahresgehalt als Faustregel mit 40 — Fidelity
  • 20–30Prozent des Einkommens als Sparquote — Experten 2026
  • 40 %weniger Endvermögen bei zehn Jahren späterem Start

Wie rechne ich mein eigenes Nettovermögen aus?

Nettovermögen ist eine einfache Rechnung: alles, was dir gehört, abzüglich aller Schulden. Auf der Habenseite stehen Konten, Depots, Wertpapiere, Immobilien (Verkehrswert, nicht der Kaufpreis), Bargeld, private Renten- und Lebensversicherungen. Auf der Sollseite stehen Hypotheken, Konsumkredite, Leasingverträge, offene Kreditkartenschulden, ausstehende Rechnungen. Die Differenz ist dein Nettovermögen.

Ein Beispiel: Du hast 30.000 Franken auf dem Konto, 15.000 Franken im Depot, eine Wohnung im Wert von 250.000 Franken — aber noch 180.000 Franken Hypothek offen und 5.000 Franken Konsumkredit. Dein Nettovermögen beträgt 30.000 + 15.000 + 250.000 – 180.000 – 5.000 = 110.000 Franken. Das klingt nach viel, aber die Hypothek frisst den grössten Teil.

Die meisten überschätzen ihr Vermögen, weil sie nur auf die Habenseite schauen. Wer sagt, er habe 50.000 Franken gespart, meint oft den Kontostand — nicht das Nettovermögen. Wer ehrlich rechnet, kommt oft auf deutlich weniger. Und genau diese ehrliche Zahl ist der Startpunkt. Du kannst nur aufbauen, was du kennst.

Ein weiterer häufiger Fehler: Viele zählen das Auto zum Vermögen. Aber ein Auto verliert ab dem ersten Tag an Wert. Wer ein Auto für 30.000 Franken kauft, hat nach drei Jahren vielleicht noch 18.000 Franken Gegenwert — aber 12.000 Franken sind weg. Wenn das Auto geleast oder finanziert ist, zählt es gar nicht zum Nettovermögen, weil es dir nicht gehört. Die Leasingrate ist eine Ausgabe, kein Vermögensaufbau.

Noch ein Punkt: Die Pensionskasse zählt zum Vermögen, aber du kannst nicht frei darüber verfügen. Sie ist gesperrt bis zur Pensionierung (oder bei Selbstständigkeit, Wohneigentum oder Auswanderung). Rechne sie mit, aber verlass dich nicht nur auf sie. Wer mit 40 sagt, er habe 200.000 Franken in der Pensionskasse und sei deshalb gut aufgestellt, übersieht, dass er darauf nicht zugreifen kann, wenn er mit 50 die Arbeit wechseln will oder eine Auszeit braucht.

Die ehrliche Rechnung tut weh, aber sie ist der einzige Weg nach vorn. Wer seine Lage kennt, kann handeln. Wer sie beschönigt, bleibt stehen. Nimm dir zehn Minuten, schreib alles auf — Konten, Depots, Immobilien, Schulden — und rechne die Differenz aus. Das ist dein Nettovermögen. Und das ist dein Startpunkt. Ein einfaches Notizbuch reicht völlig, um diese Übersicht einmal im Jahr zu machen.

Der erste Schritt ist, die Zahl aufzuschreiben. Nicht im Kopf, nicht in einer App — auf Papier. Ein Blatt, eine Spalte Haben, eine Spalte Schulden, unten die Differenz. Das dauert zehn Minuten, und es tut weh. Aber es ist die einzige ehrliche Bestandsaufnahme.

Der zweite Schritt ist, die Zahl mit den Faustregeln zu vergleichen — nicht, um dich schlecht zu fühlen, sondern um die Lücke zu kennen. Wenn du mit 40 das Dreifache deines Jahresgehalts haben solltest, aber erst die Hälfte hast, weisst du, was zu tun ist. Die Lücke ist kein Urteil, sie ist ein Auftrag.

Der dritte Schritt: Akzeptiere, dass die Lücke da ist. Die meisten stehen genau dort, wo du stehst. Der Median liegt bei 26.900 Franken in der Schweiz — weit unter jeder Faustregel. Du bist nicht allein, und du bist nicht gescheitert. Du fängst nur später an als andere. Aber du fängst an.

Sparplan mit 40: AlFi steht vor einem Wandkalender und plant seine Sparroutine

Warum Zeit wichtiger ist als der Betrag — und was der Zinseszins wirklich bedeutet

Der Zinseszins ist das mächtigste Werkzeug im Vermögensaufbau — und das am wenigsten verstandene. Er bedeutet: Du verdienst nicht nur Zinsen auf dein Kapital, sondern auch Zinsen auf die Zinsen. Über die Jahre wird der Effekt exponentiell. Wer mit 25 anfängt, 300 Franken pro Monat zu sparen, und eine durchschnittliche Rendite von fünf Prozent erzielt, hat mit 65 rund 230.000 Franken. Wer mit 35 anfängt, denselben Betrag spart und dieselbe Rendite erzielt, hat mit 65 nur rund 124.000 Franken — fast die Hälfte weniger, weil zehn Jahre fehlen.

Die Rechnung zeigt: Zeit ist wichtiger als Betrag. Wer früh anfängt und wenig spart, endet mit mehr als jemand, der spät anfängt und viel spart. Der Zinseszins braucht Zeit, um zu wirken. Zehn Jahre sind nicht zehn Prozent weniger — sie sind vierzig Prozent weniger Endvermögen. Das ist keine Warnung, das ist Mathematik.

Mit 40 hast du noch 25 Jahre bis zur Rente. Das ist nicht früh, aber es ist genug. Wer jetzt anfängt, 500 Franken pro Monat zu sparen, und fünf Prozent Rendite erzielt, hat mit 65 rund 297.000 Franken. Wer erst mit 50 anfängt, endet bei 123.000 Franken. Der Unterschied ist nicht die Sparquote, sondern die Zeit. Der Zinseszins ist gnadenlos — aber er ist gerecht. Er belohnt nicht den Betrag, sondern die Dauer.

Ein Rechenbeispiel: Du sparst ab 40 jeden Monat 400 Franken. Bei fünf Prozent Rendite hast du nach fünf Jahren 27.200 Franken — davon sind 24.000 Franken eingezahlt und 3.200 Franken Zinsen. Nach zehn Jahren hast du 62.200 Franken — davon 48.000 Franken eingezahlt und 14.200 Franken Zinsen. Nach 25 Jahren hast du 238.000 Franken — davon 120.000 Franken eingezahlt und 118.000 Franken Zinsen. Die Hälfte deines Vermögens kommt aus Zinsen, nicht aus deinem Einsatz. Aber nur, wenn du die Zeit gibst.

Der Zinseszins funktioniert auch in die andere Richtung: Wer Schulden hat, zahlt Zinsen auf Zinsen. Ein Konsumkredit mit acht Prozent Zinsen kostet dich Jahr für Jahr mehr, wenn du nur die Mindestsumme abzahlst. Wer 10.000 Franken Schulden hat und nur 200 Franken pro Monat tilgt, zahlt über fünf Jahre rund 2.400 Franken Zinsen. Das ist Geld, das du nie zurückbekommst. Deshalb ist die Regel einfach: Teure Schulden zuerst abbezahlen, bevor du anfängst zu investieren.

Ein letzter Punkt: Der Zinseszins braucht Konstanz. Wer einmal 500 Franken spart, dann drei Monate aussetzt, dann wieder anfängt, verliert Zeit. Wer jeden Monat spart, egal was kommt, gewinnt. Automatisiere den Betrag, damit er direkt nach dem Gehalt abgeht. Was du nicht siehst, vermisst du nicht. Und was du nicht vermisst, arbeitest du nicht gegen.

Zehn Jahre später anfangen kostet dich über vierzig Prozent Endvermögen

— Zinseszinseffekt, 2026

Die 7 Schritte, mit denen du mit 40 anfängst — auch wenn die Lücke gross ist

Die Lücke zwischen dem, was du haben solltest, und dem, was du hast, ist keine Katastrophe — sie ist ein Startpunkt. Wer mit 40 noch nicht dort steht, wo die Faustregeln sagen, hat zwei Möglichkeiten: resignieren oder anfangen. Ich zeige dir sieben Schritte, mit denen du anfängst — ohne Bullshit, ohne Wunder, ohne erfundene Zahlen. Diese Schritte sind nicht kompliziert, aber sie erfordern Konsequenz. Jeder einzelne ist machbar, aber nur, wenn du ihn wirklich durchziehst.

  1. Nettovermögen ausrechnenSchreib alle Vermögenswerte auf (Konten, Depots, Immobilien) und ziehe alle Schulden ab (Hypotheken, Kredite, offene Rechnungen). Die Differenz ist dein Nettovermögen. Nur wer die ehrliche Zahl kennt, kann aufbauen.
  2. Sparquote festlegenExperten empfehlen 20 bis 30 Prozent des Einkommens. Wenn das unrealistisch ist, fang mit zehn an — aber fang an. Die Sparquote ist keine Wunschzahl, sondern eine Entscheidung. Automatisiere den Betrag, damit er direkt abgeht, bevor du ihn siehst.
  3. Schulden abbauenKonsumkredite und Kreditkartenschulden kosten mehr, als du mit Sparen verdienst. Wer acht Prozent Zinsen auf einem Kredit zahlt und gleichzeitig fünf Prozent Rendite im Depot erzielt, verliert drei Prozent. Zahl die teuersten Schulden zuerst ab, dann die nächsten. Hypotheken sind Sonderfall — dort rechnet sich eine vorzeitige Tilgung oft nicht.
  4. Automatisierung einrichtenRichte einen Dauerauftrag ein, der direkt nach dem Gehalt läuft. Was du nicht siehst, vermisst du nicht. Automatisierung ist der einzige Weg, Disziplin zu ersetzen. Wer jeden Monat neu entscheidet, ob er spart, spart nicht.
  5. Indexfonds statt EinzelaktienEinzelaktien erfordern Zeit, Wissen und Nerven. Indexfonds (ETFs) bilden den Markt ab und kosten fast nichts. Wer 500 Franken pro Monat in einen globalen ETF steckt und fünf Prozent Rendite erzielt, hat nach 25 Jahren rund 297.000 Franken. Das ist keine Spekulation, das ist Mathematik. Wenn du mehr über nachhaltige Geldanlage wissen willst, lies meinen Artikel zur 4-Prozent-Regel.
  6. Keine KonsumschuldenWer mit Kredit kauft, zahlt doppelt — einmal den Preis, einmal die Zinsen. Die Regel ist einfach: Wenn das Geld nicht da ist, kaufst du es nicht. Das gilt für Autos, Möbel, Urlaube. Leasing ist eine Schuld, kein Besitz. Ein Auto, das du nicht abbezahlt hast, gehört dir nicht.
  7. Jährlich nachjustierenRechne einmal im Jahr dein Nettovermögen neu aus. Vergleiche es mit dem Vorjahr. Wenn die Sparquote zu niedrig war, erhöhe sie. Wenn die Rendite schlecht war, prüfe die Anlage. Wenn die Schulden gewachsen sind, find heraus warum. Wer nicht misst, steuert nicht. Gewohnheiten wie diese baust du mit Habit Stacking auf.

Was die Faustregeln verschweigen — und warum sie trotzdem nützlich sind

Die Faustregeln — das Zwei- bis Dreifache des Jahresgehalts mit 40 — sind für viele unrealistisch. Schwäbisch Hall weist darauf hin, dass die Empfehlung gerade für späte Berufseinsteiger recht unrealistisch ist. Wer erst mit 30 ins Berufsleben eintritt, hat nur zehn Jahre Zeit bis 40 — nicht zwanzig. Wer in dieser Zeit Schulden abbezahlt, eine Wohnung kauft oder eine Familie gründet, spart wenig bis nichts.

Trotzdem sind die Faustregeln nützlich. Nicht, weil sie realistisch sind, sondern weil sie eine Richtung zeigen. Sie sagen: Hier solltest du hin. Die Lücke zwischen dem Ziel und der Realität ist kein Vorwurf, sondern ein Massstab. Wer weiss, dass er 150.000 Franken haben sollte, aber nur 30.000 hat, weiss, was zu tun ist. Wer keine Zahl hat, weiss nichts.

Die Faustregeln müssen inflationsbereinigt betrachtet werden. Was vor zehn Jahren das Dreifache des Jahresgehalts war, ist heute nicht mehr dasselbe. Die Kaufkraft sinkt, die Lebenshaltungskosten steigen. Wer 2026 mit 40 das Dreifache seines Gehalts haben will, muss mehr sparen als jemand, der das vor zehn Jahren geschafft hat. Das ist unbequem, aber es ist die Realität.

Ein weiterer Punkt, den die Faustregeln verschweigen: Sie gehen davon aus, dass dein Gehalt stabil bleibt. Aber viele wechseln mit 35 oder 40 den Job, machen sich selbstständig oder reduzieren die Arbeitszeit. Wer mit 38 einen Karrieresprung macht und plötzlich 100.000 Franken verdient, soll mit 40 schon 300.000 Franken gespart haben? Das ist absurd. Die Faustregel rechnet mit einem linearen Gehaltsverlauf, den die wenigsten haben.

Auch die familiäre Situation wird ignoriert. Wer mit 35 Kinder bekommt, hat höhere Ausgaben und weniger Spielraum zum Sparen. Wer alleinerziehend ist, hat noch weniger. Die Faustregeln kennen nur eine Variable: das Gehalt. Sie kennen keine Lebensrealität. Trotzdem sind sie ein Massstab — nicht für dein Versagen, sondern für deine Möglichkeiten.

Das Wichtigste: Die Faustregeln sind kein Gesetz. Sie sind ein Richtwert. Wenn du mit 40 nicht dort stehst, wo sie sagen, bist du nicht gescheitert. Du bist normal. Die Mehrheit steht dort, wo du stehst. Aber die Mehrheit fängt auch nicht an, aufzuholen. Du schon.

Sparschwein und Geldstapel symbolisieren Vermögensaufbau mit 40

Die häufigsten Irrtümer — und was stattdessen stimmt

Es gibt ein paar hartnäckige Irrtümer rund um das Thema Vermögensaufbau mit 40. Sie klingen plausibel, kosten aber Zeit und Geld. Ich räume mit den wichtigsten auf. Diese Irrtümer höre ich ständig — von Bekannten, in Foren, in Kommentaren. Und jedes Mal denke ich: Wer das glaubt, verliert Jahre.

Falsch verstanden

  • Mit 40 ist es zu spät anzufangenMit 40 hast du noch 25 Jahre — genug für Zinseszins
  • Sparquote egal, Hauptsache etwas20–30 % nötig, um Ziel zu erreichen
  • Schulden und sparen parallel ist klugTeure Schulden zuerst — Zinsen fressen Rendite
  • Vermögen ist das auf dem KontoVermögen minus Schulden ist Nettovermögen
  • Einzelaktien bringen mehr als IndexfondsIndexfonds schlagen langfristig die meisten

Schweizer Kontext — was bei uns anders läuft als in Deutschland

In der Schweiz gelten dieselben Faustregeln wie in Deutschland — zwei bis drei Jahresgehälter mit 40. Aber die Realität ist eine andere. Der Median des Vermögens für 35- bis 44-Jährige lag 2023 bei 26.900 Franken. Bei einem durchschnittlichen Bruttojahresgehalt von rund 84.000 Franken wären das gerade mal ein Drittel eines Jahresgehalts — weit entfernt von der Faustregel.

Der Grund: Die Schweiz hat hohe Lebenshaltungskosten. Miete, Krankenversicherung, Kinderbetreuung fressen einen grossen Teil des Einkommens. Wer in Zürich oder Genf lebt, zahlt leicht 2.000 bis 3.000 Franken Miete für eine Dreizimmerwohnung. Was übrig bleibt, reicht oft nicht für eine Sparquote von 20 Prozent. Die Säule 3a hilft — sie erlaubt steuerbegünstigt bis zu 7.258 Franken pro Jahr zu sparen (Stand 2026) —, aber sie deckt die Lücke nicht.

Ein weiterer Unterschied: In Deutschland ist Wohneigentum verbreiteter. In der Schweiz liegt die Eigentümerquote bei rund 40 Prozent — in Deutschland bei über 50 Prozent. Wer zur Miete wohnt, baut kein Immobilienvermögen auf. Das drückt den Median nach unten. Für den Vermögensaufbau mit 40 in der Schweiz gilt deshalb: Realistisch bleiben, aber nicht resignieren. Die Faustregeln sind ein Ziel, kein Gesetz.

Ein Vorteil in der Schweiz: Die Löhne sind höher. Wer 80.000 Franken verdient, hat nominal mehr Spielraum als jemand in Deutschland mit 60.000 Euro. Aber die Kaufkraft ist ähnlich, weil die Lebenshaltungskosten proportional höher sind. Ein Kaffee kostet in Zürich fünf Franken, in München drei Euro. Die Miete in Zürich ist doppelt so hoch wie in München. Am Ende bleibt prozentual ähnlich viel übrig — oder eben ähnlich wenig.

Ein weiterer Schweizer Sonderfall: Die Säule 3a. Sie ist steuerbegünstigt, flexibel und sinnvoll. Wer sie voll ausschöpft, spart jedes Jahr bis zu 7.258 Franken. Über 25 Jahre sind das 181.450 Franken — ohne Rendite. Mit fünf Prozent Rendite sind es rund 375.000 Franken. Das Problem: Viele schöpfen sie nicht aus, weil das Geld fehlt. Wer mit 40 anfängt, sollte die Säule 3a zur Priorität machen. Sie ist das effizienteste Werkzeug, das du hast.

Noch ein Punkt: Die Pensionskasse in der Schweiz ist obligatorisch und wird vom Arbeitgeber mitfinanziert. Das ist ein grosser Vorteil gegenüber Deutschland, wo die gesetzliche Rente allein oft nicht reicht. Aber auch in der Schweiz reicht die Pensionskasse nicht für den gewohnten Lebensstandard. Die AHV deckt die Grundversorgung, die Pensionskasse einen Teil des Einkommens — aber die Lücke musst du selbst füllen. Wer nicht privat spart, wird im Alter Abstriche machen müssen.

Notizbuch und Kaffee: Werkzeuge für finanzielle Planung mit 40

Wer in der Schweiz lebt, hat einen Vorteil: das Drei-Säulen-Modell. Die erste Säule (AHV) ist umlagefinanziert und sichert die Grundversorgung. Die zweite Säule (Pensionskasse) ist obligatorisch und wird vom Arbeitgeber mitfinanziert. Die dritte Säule (3a) ist freiwillig und steuerbegünstigt. Wer alle drei Säulen nutzt, baut solide auf.

Das Problem: Die meisten nutzen nur die ersten beiden Säulen. Die dritte Säule bleibt leer, weil das Geld nicht da ist — oder weil die Prioritäten woanders liegen. Wer mit 40 anfängt, die Säule 3a voll auszuschöpfen, und das bis 65 durchzieht, hat rund 181.000 Franken — ohne Rendite gerechnet. Mit fünf Prozent Rendite sind es rund 375.000 Franken. Das ist keine Kleinigkeit.

Ein weiterer Vorteil der Säule 3a: Sie ist steuerbegünstigt. Die Einzahlungen kannst du vom steuerbaren Einkommen abziehen. Bei einem Grenzsteuersatz von 30 Prozent sparst du auf 7.258 Franken rund 2.177 Franken Steuern. Das Geld, das du sparst, kostet dich weniger, als es wert ist. Das ist ein Hebel, den du nutzen solltest.

Noch ein Punkt: Die Säule 3a ist flexibel. Du kannst sie für Wohneigentum, Selbstständigkeit oder Auswanderung vorzeitig beziehen. Sie ist nicht so starr wie die Pensionskasse. Wer mit 50 ein Haus kaufen will, kann die Säule 3a anzapfen. Wer mit 55 auswandern will, kann sie mitnehmen. Das ist ein Vorteil gegenüber anderen Sparformen.

Wer in der Schweiz mit 40 anfängt, wie viel Geld sollte man mit 40 gespart haben ernst zu nehmen, hat Werkzeuge, die andere nicht haben. Nutze sie. Die Säule 3a ist das erste, was du ausschöpfst. Dann kommt das Depot. Dann kommt die Tilgung teurer Schulden. In dieser Reihenfolge.

Meine Empfehlung

Ein übersichtlicher Haushaltsplaner hilft dir, Einnahmen und Ausgaben im Blick zu behalten — analog, ohne App-Ablenkung. Ausserdem ein solides Buch über passives Einkommen, wenn du mehr über Vermögensaufbau lesen willst. Und wer seine Finanzen wirklich durchziehen will: Ein Budget-Planner zwingt dich, jeden Monat nachzurechnen.

Jede Woche konkret

Was im Training funktioniert, welche Fehler ich mache — ohne Bullshit

Ich schreibe jede Woche, was im Training funktioniert, wo ich beim Geld falsch lag und was ich beim nächsten Mal anders mache. Kein Motivationsgelaber, keine erfundenen Zahlen — nur das, was ich selbst durchziehe.

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Die drei häufigsten Fragen — ehrlich beantwortet

Häufige Fragen

Ist es mit 40 zu spät, noch anzufangen?
Nein. Mit 40 hast du noch 25 Jahre bis zur Rente. Der Zinseszins braucht Zeit, aber 25 Jahre reichen. Wer jetzt anfängt, 500 Franken pro Monat zu sparen, und fünf Prozent Rendite erzielt, hat mit 65 rund 297.000 Franken. Das ist kein Wunder, das ist Mathematik. Die Frage ist nicht, ob es zu spät ist — die Frage ist, ob du anfängst. Wer mit 40 noch zögert, steht mit 50 noch schlechter da. Jedes Jahr zählt.
Wie viel sollte ich pro Monat sparen, wenn ich mit 40 erst anfange?
Das hängt von deinem Ziel ab. Willst du mit 65 das Dreifache deines heutigen Jahresgehalts haben und verdienst 80.000 Franken, brauchst du rund 240.000 Franken. Bei fünf Prozent Rendite und 25 Jahren Laufzeit sind das rund 400 Franken pro Monat. Willst du mehr, sparst du mehr. Die Formel ist simpel — die Disziplin ist der harte Teil. Fang mit zehn Prozent deines Nettoeinkommens an, und erhöhe die Sparquote jedes Jahr um ein bis zwei Prozent. So merkst du es kaum, aber nach fünf Jahren sparst du deutlich mehr.
Zählt die Pensionskasse zum Nettovermögen?
Ja, sie zählt — aber mit Einschränkungen. Du kannst nicht frei darüber verfügen, und du kennst den genauen Betrag erst bei der Pensionierung. Trotzdem ist sie Teil deines Vermögens. Rechne sie mit, aber rechne nicht nur mit ihr. Wer nur auf die Pensionskasse setzt, hat keine Flexibilität. Wenn du mit 50 die Arbeit wechseln willst, eine Auszeit brauchst oder früher in Rente gehen willst, hilft dir die Pensionskasse nicht. Du brauchst liquides Vermögen, auf das du zugreifen kannst. Die Pensionskasse ist die Basis — die Säule 3a und dein Depot sind der Spielraum.

Fazit

Das glaubt mir keiner — aber die Faustregel vom Dreifachen des Jahresgehalts mit 40 ist für die meisten nicht mehr als eine theoretische Zahl. Der Median liegt weit darunter, und die Lücke entsteht aus spätem Start, niedriger Sparquote und Schulden. Was ich selbst gelernt habe: Mehr Stunden verkaufen bringt nichts. Was zählt, ist das Geld, das für dich arbeitet — nicht die Zeit, die du verkaufst.

Die Schritte sind klar: Nettovermögen ausrechnen, Sparquote festlegen, Schulden abbauen, automatisieren, breit investieren, keine neuen Schulden, jährlich nachjustieren. Keine Wunder, keine Abkürzungen, kein Bullshit. Wer mit 40 anfängt, hat noch genug Zeit — aber nur, wenn er anfängt. Die Faustregeln sind ein Ziel, kein Gesetz. Die Lücke ist kein Urteil, sondern ein Auftrag.

Wie viel Geld sollte man mit 40 gespart haben — die ehrliche Antwort ist: mehr, als die meisten haben. Aber die nützliche Antwort ist: genug, um anzufangen. Der Zinseszins belohnt nicht den Betrag, sondern die Dauer. Und die läuft ab jetzt. Wer heute anfängt, steht in fünf Jahren besser da als die Mehrheit. Nicht, weil er mehr verdient, sondern weil er angefangen hat.

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