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Finanzen & Vermögensaufbau

Ehrlich. Ohne Bullshit.

Fixe Ausgaben senken ohne Verzicht: die Checkliste

Fabian Waizenhöfer  ·  13 Min Lesezeit  ·  Ratgeber
AlFi steht in der Küche mit einer Kaffeetasse und einem Vertragsblatt in der Hand; auf dem Tisch liegt ein Ordner.
Kaffee und Training bleiben. Nur die Verträge schaust du einmal an.

Fixe Ausgaben senken ohne Verzicht, mit einer Checkliste: Das ist der Ansatz, den ich jedem empfehle, der mehr Luft im Monat will, aber keine Lust hat, auf sein Leben zu verzichten. Du musst nicht weniger Kaffee trinken oder aufs Training verzichten. Du musst Verträge einmal ehrlich ansehen.

Die meisten Männer, die über Geld nachdenken, starten beim falschen Ende. Sie streichen den Znüni, den Restaurantbesuch, das Bier am Freitag. Das fühlt sich nach Disziplin an, bringt aber wenig und hält selten.

Fixkosten sind das Gegenteil. Du entscheidest einmal, und der Effekt läuft jeden Monat weiter. Genau dazu passt mein Grundsatz: Geld soll für dich arbeiten, statt dass du immer mehr Zeit verkaufst. Weniger fixe Kosten sind der einfachste Anfang davon.

Ich arbeite als Filialleiter in Graubünden und trainiere nebenbei. Mein Tag ist voll, und genau deshalb mag ich Ansätze, die einmal Aufwand kosten und danach still weiterwirken. Die Checkliste in diesem Beitrag habe ich so gebaut, dass du sie neben Job und Training abarbeiten kannst, ohne dass dein Alltag darunter leidet.

Du brauchst dafür keine Finanzkenntnisse. Du brauchst einen Stift, einen Kalender, deine Kontoauszüge und die Bereitschaft, dir selbst gegenüber ehrlich zu sein. Das ist oft der unangenehmste Teil, aber auch der, der am meisten bewegt.

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Warum sind fixe Ausgaben der grösste Hebel ohne Verzicht?

Fixe Ausgaben sind Kosten, die jeden Monat in ähnlicher Höhe abgebucht werden: Miete, Krankenkasse, Versicherungen, Strom, Mobilfunk, Internet, Abos. Sie sind der Hebel mit dem besten Verhältnis aus Aufwand und Wirkung, weil eine einzige Entscheidung zwölf Monate wirkt.

Ein Rechenbeispiel: Sparst du bei einem Vertrag 20 Franken im Monat, sind das 240 Franken im Jahr. Bei fünf solchen Verträgen sind es 1’200 Franken. Das ist kein Verzicht, du bekommst dasselbe für weniger Geld.

Variable Kosten wie Essen oder Freizeit verlangen dagegen jeden Tag eine neue Entscheidung. Das kostet Willenskraft, und die ist am Abend nach dem Job knapp. Ich halte nichts davon, Motivation als Ablauf zu verkaufen. Ein Vertrag, der einmal sitzt, braucht keine Motivation.

Meine Haltung dazu: Erst Fixkosten, dann alles andere. Wer beim Kaffee anfängt und die Versicherungen nie ansieht, optimiert am falschen Ort.

Dazu kommt ein psychologischer Punkt. Bei jedem Einkauf im Laden spürst du, dass Geld abfliesst. Bei einer Abbuchung am Monatsanfang spürst du nichts. Genau deshalb wachsen Fixkosten über Jahre unbemerkt: Ein Tarif wird erhöht, ein Abo kommt dazu, eine Versicherung läuft weiter, obwohl sich dein Leben längst verändert hat. Niemand klingelt bei dir und fragt, ob das noch passt.

Ich sehe das auch im Beruf. Als Filialleiter weiss ich, dass die grössten Kosten selten die auffälligen sind, sondern die laufenden. Wer nur auf die sichtbaren Posten schaut, übersieht den Block, der Monat für Monat im Hintergrund läuft. Genau dort setzt die Methode an, die ich hier beschreibe: fixe Ausgaben senken ohne Verzicht, mit Checkliste statt Askese.

Wie machst du den Kassensturz deiner Fixkosten?

Der Kassensturz ist eine Liste aller wiederkehrenden Abbuchungen der letzten drei Monate. Du brauchst nur deine Kontoauszüge und eine halbe Stunde. Ziel ist, jeden Posten zu sehen, den du schon lange nicht mehr bewusst angeschaut hast.

Geh die Auszüge durch und markiere alles, was regelmässig kommt. Schreib Name, Betrag und Rhythmus in eine Tabelle. Achte auf Jahresbeträge, die oft vergessen werden, etwa Versicherungsprämien oder Software-Abos.

Ein einfacher Budget-Planer als Haushaltsbuch reicht, wenn du lieber auf Papier arbeitest. Ein Tabellenblatt tut es genauso.

Rechne danach alles auf den Monat um. Ein Jahresbeitrag von 240 Franken sind 20 Franken im Monat. Erst dann siehst du, wie gross dein fixer Block wirklich ist.

Mein Tipp zur Uhrzeit: Mach den Kassensturz nicht spätabends, wenn du müde bist. Ich setze mich dafür an einen Samstagvormittag an den Küchentisch, mit Kaffee, Laptop und Papier. Eine halbe Stunde reicht für die Liste, wenn du nicht bei jedem Posten ins Grübeln kommst. Entscheiden musst du an diesem Tag noch nichts. Es geht nur ums Sehen.

Teile die Posten beim Aufschreiben in drei Spalten: muss ich haben, will ich haben, weiss ich nicht mehr. Die dritte Spalte ist die interessanteste. Dort landen die Dinge, die du irgendwann einmal abgeschlossen hast und die seither einfach weiterlaufen. Bei mir war es damals ein Abo, das ich nach einer Testphase nie gekündigt hatte.

Hilfreich ist auch ein Notizbuch, in dem du dir pro Vertrag eine Zeile mit Kündigungsfrist und Ansprechperson festhältst. Ein kariertes A5-Notizbuch genügt dafür völlig.

Schreib neben jeden Posten auch das Datum des Vertragsbeginns, soweit du es findest. Daran siehst du, wie lange du schon zahlst, ohne je nachgesehen zu haben. Je älter der Vertrag, desto grösser ist meist die Chance, dass es heute ein besseres Angebot gibt.

AlFi sitzt am Küchentisch, schreibt mit einem Stift eine Liste und geht dabei einen Stapel Kontoauszüge durch.
Der Kassensturz: alle wiederkehrenden Abbuchungen auf eine Liste.

Welche Fixkosten solltest du zuerst prüfen?

Prüf zuerst die grössten Posten: Wohnen, Krankenkasse, Versicherungen. Dort liegt am meisten Geld, und eine kleine Änderung wirkt gross. Die kleinen Abos kommen danach, weil sie schneller erledigt sind, aber weniger bringen.

Meine Reihenfolge nach Wirkung: Krankenkasse und Franchise, dann Versicherungen, dann Strom, dann Mobilfunk und Internet, zuletzt Abos und Kontogebühren. Du musst nicht alles an einem Tag erledigen.

Zu viel auf einmal ist der häufigste Fehler, den ich bei Leuten sehe, und ich kenne ihn selbst gut. Plane pro Woche einen Posten ein. Nach sechs Wochen ist die Liste durch, ohne dass es dich überfordert.

Bei der Miete ist der Spielraum meist kleiner, weil ein Umzug Aufwand und Kosten verursacht. Trotzdem lohnt sich die Frage: Passt die Wohnfläche noch zu deinem Leben? Und gibt es bei Nebenkosten oder Parkplatz etwas, das du gar nicht brauchst? Das ist keine Aufforderung, umzuziehen, sondern ein ehrlicher Blick auf den grössten Einzelposten.

Gerade die grossen Posten vermeidet man gern, weil sie unbequem sind. Ich habe gelernt, sie bewusst zuerst anzugehen. Der Grund ist simpel: Wenn die Krankenkasse erledigt ist, fühlen sich die Abos danach wie ein Spaziergang an. Und du hast schon früh in der Liste einen echten Erfolg, der dich bei der Stange hält.

Schreib dir vor jedem Posten eine Frage auf: Was bekomme ich dafür, und was würde ich heute für dasselbe bezahlen? Diese eine Frage trennt Verträge, die sich lohnen, von solchen, die nur aus Gewohnheit laufen.

  1. Drei Monate Auszüge sichtenGeh deine Kontoauszüge durch und schreib jede regelmässige Abbuchung auf. Erst wenn alles auf einer Seite steht, siehst du den ganzen fixen Block.
  2. Auf Monatsbeträge umrechnenVersicherungen und Abos werden oft jährlich abgebucht. Teile sie durch zwölf, damit du die echte Monatsbelastung kennst.
  3. Nach Grösse sortierenSortiere absteigend nach Betrag. Die obersten Posten bringen bei gleichem Aufwand am meisten.
  4. Pro Woche einen Posten prüfenNimm dir einen Vertrag vor, vergleiche, entscheide, erledige. Dann hakst du ab und machst erst in der nächsten Woche weiter.
  5. Kündigungsfristen in den KalenderEine verpasste Frist kostet dich ein ganzes Jahr. Setz dir die Erinnerung vier Wochen vor Fristende.
  6. Einmal im Jahr wiederholenPreise ändern sich, Tarife werden schlechter. Ein fester Termin im Jahr hält deine Fixkosten sauber.

Wie senkst du Krankenkasse und Versicherungen ohne Leistungsverlust?

In der Schweiz ist die Krankenkasse für viele der grösste Posten nach der Miete. Die Grundversicherung ist gesetzlich geregelt, der Leistungskatalog ist bei allen Kassen gleich. Der Preis unterscheidet sich aber je nach Kasse, Modell und Franchise.

Das Bundesamt für Gesundheit betreibt das offizielle Vergleichsportal. Die aktuellen Prämien und den Vergleich findest du beim Prämienrechner des BAG. Die Prämien steigen jedes Jahr, die genaue Zahl für 2026 prüfst du dort selbst.

Die Kündigung auf Jahresende muss in der Regel bis 30. November bei der Kasse eingehen. Bei einer Prämienerhöhung gilt eine kürzere Frist, die dir die Kasse im Schreiben nennt. Prüf das im Einzelfall.

Die Franchise ist ein Hebel mit Risiko. Eine höhere Franchise senkt die Prämie, aber du zahlst bei Krankheit mehr selbst. Rechne den Break-even mit deinem eigenen Verbrauch der letzten Jahre durch, und wähl keine Franchise, die dich im Ernstfall in Not bringt.

Ein praktischer Ablauf: Such dir die Rechnungen und Abrechnungen der letzten zwei, drei Jahre heraus und addiere, was du tatsächlich selbst bezahlt hast. Daraus siehst du, ob du eher selten oder regelmässig zum Arzt gehst. Wer kaum Leistungen bezieht, prüft eine höhere Franchise. Wer regelmässig Behandlungen hat, bleibt besser bei einer tieferen. Hier gibt es keine allgemeine Antwort, nur deine eigene Rechnung.

Auch das Versicherungsmodell ist ein Thema. Es gibt Modelle mit eingeschränkter Arztwahl, die günstiger sind. Ob dir das passt, hängt davon ab, wie du lebst und wo du wohnst. In einer Bergregion wie Graubünden ist der Weg zur Praxis ein anderer als in der Stadt, also schau dir die Bedingungen genau an, bevor du wechselst.

Bei den übrigen Versicherungen frage ich immer: Was würde mich im Ernstfall finanziell wirklich ruinieren? Dagegen sichere ich mich ab. Für kleine Schäden, die ich selbst tragen kann, brauche ich keine Police. Das ist keine Sparerei auf Kosten der Sicherheit, sondern eine Priorisierung. Doppelte Deckungen, etwa mehrere Policen für dasselbe Risiko, sind die klassischen Stolpersteine.

Leg dir alle Policen in einen Ordner, damit du bei der jährlichen Prüfung nicht suchen musst. Ein simpler Aktenordner für Vertragsunterlagen spart dir jedes Jahr Zeit und Nerven.

Kalender mit Kündigungsfrist für die Krankenkasse

Fixkosten in Zahlen

  • 30.11Stichtag für die Kündigung der Grundversicherung, Quelle: BAG
  • 20Franken pro Monat gespart sind 240 Franken im Jahr (Rechenbeispiel)
  • 5Verträge à 20 Franken ergeben 1’200 Franken im Jahr (Rechenbeispiel)

Lohnt sich ein Wechsel bei Mobilfunk, Internet und Strom?

Ein Wechsel lohnt sich, wenn du denselben Leistungsumfang günstiger bekommst und die Konditionen nach dem ersten Jahr gleich bleiben. Gerade bei Mobilfunk und Internet locken Neukundenangebote, die nach zwölf Monaten teurer werden. Vergleich immer den Preis ab dem zweiten Jahr.

Schau, welche Datenmenge und Geschwindigkeit du wirklich brauchst. Viele zahlen für Pakete, die sie nie ausnutzen. Ein Blick in die Nutzung der letzten Monate zeigt dir das ehrlich.

Wichtig vorab: Die folgenden Hinweise zu Strom, Gas und Kündigung gelten für Deutschland. In der Schweiz können Privathaushalte ihren Stromanbieter bisher meist nicht frei wählen, dort prüfst du Tarif und Abrechnung deines lokalen Versorgers. In Deutschland zahlen Bestandskunden in der Grundversorgung bei Strom und Gas oft mehr als Neukunden. Informationen dazu liefert die Bundesnetzagentur. Bei Preiserhöhungen besteht ein Sonderkündigungsrecht nach dem Energiewirtschaftsgesetz, der Versorger muss dich vorher informieren.

Seit März 2022 sind in Deutschland Verträge, die sich automatisch verlängern, nach der Mindestlaufzeit monatlich kündbar. Für die Schweiz gilt das nicht, dort zählen die Kündigungsfristen in deinem Vertrag. Das nimmt viel Druck aus dem Wechsel. Du kannst Angebote testen, ohne dich lange zu binden.

Beim Mobilfunk mache ich es so: Ich öffne die Nutzungsübersicht des Anbieters und schaue, wie viel Datenvolumen ich in den letzten Monaten tatsächlich verbraucht habe. Meist liegt der Verbrauch deutlich unter dem, was im Vertrag steht. Zuhause hängt das Handy im WLAN, unterwegs brauche ich vor allem Navigation und Nachrichten. Ein kleineres Paket genügt dann oft völlig.

Beim Internet gilt dasselbe. Eine sehr schnelle Leitung ist nett, aber wenn du hauptsächlich streamst und arbeitest, merkst du den Unterschied zur Mittelklasse kaum. Prüf, was bei dir im Haushalt wirklich gleichzeitig läuft, und buche danach, nicht nach dem Prospekt. Auch ein veralteter Router kann dich Geld kosten, wenn du ihn mietest. Frag nach, ob du ihn besser selbst besitzt.

Beim Strom lohnt sich der Blick auf den Tarif, besonders wenn du seit Jahren nie etwas geändert hast. Lies die Abrechnung genau und vergleiche Arbeitspreis und Grundgebühr. Mach das lieber in Ruhe am Wochenende als zwischen Tür und Angel, damit du nichts übersiehst.

Smartphone, Router und Münzen für Mobilfunk und Internet

Welche Abos und Gebühren kosten dich still Geld?

Still kosten dich Abos, die du nicht mehr nutzt, Kontogebühren und doppelte Dienste. Einzeln wirken sie klein. Zusammen sind sie oft der Betrag, den du am wenigsten vermisst, wenn er weg ist.

Geh die Liste durch und frag bei jedem Posten: Habe ich das im letzten Monat benutzt? Wenn nein, kündige. Wenn du unsicher bist, kündige und abonniere später neu, falls es dir fehlt.

Prüf auch Konto- und Depotgebühren. Viele Banken bieten günstigere Kontomodelle an, die für deinen Alltag reichen. Wie sich Gebühren langfristig auf dein Vermögen auswirken, habe ich im Beitrag zum Cost-Average-Effekt angerissen.

Ein Hinweis an dich: Das ist keine Anleitung zum Geizen. Wer Abos behält, die ihm wirklich etwas bringen, spart nichts kaputt. Es geht darum, Geld nicht mehr für Dinge zu zahlen, die du gar nicht nutzt.

Typische Kandidaten sind Streamingdienste, die sich überschneiden, Apps mit automatisch verlängerten Testphasen, Cloud-Speicher, den du kaum füllst, und Zeitschriften, die ungelesen im Briefkasten landen. Auch das Fitnessstudio gehört auf die Liste, aber ehrlich: Wenn du dreimal pro Woche hingehst, ist es jeden Franken wert. Wenn du seit Monaten nicht mehr dort warst, ist es ein reiner Fixkostenposten.

Mein Vorgehen bei Abos: Ich kündige zuerst und prüfe danach, ob ich es vermisse. Die meisten Dienste lassen sich später problemlos wieder buchen. Dieser Weg ist leichter, als lange abzuwägen, und er verhindert, dass du aus Bequemlichkeit weiterzahlst. Setz dir dafür eine feste Zeit, zum Beispiel zehn Minuten am Sonntagabend, und erledige zwei, drei Kündigungen in einem Rutsch.

Ein Trick, der bei mir funktioniert: Ich schaue beim Durchgehen nicht auf den Preis, sondern auf die letzte Nutzung. Wenn ich mich nicht erinnere, wann ich einen Dienst zuletzt geöffnet habe, ist die Antwort schon da. Der Preis spielt erst eine Rolle, wenn ich etwas wirklich nutze.

Fixkosten: Irrtum gegen Realität

  • Der günstigste Tarif ist immer der besteDer Preis ab dem zweiten Jahr zählt
  • Sparen heisst, auf Dinge zu verzichtenGleiche Leistung zu geringerem Preis
  • Kleine Abos sind egalKleine Posten summieren sich zwölfmal

Was bringt dir die Checkliste wirklich?

Sie bringt dir Luft im Monat, die du bewusst nutzen kannst. Wer weniger fixe Kosten hat, braucht weniger Einkommen, um gleich gut zu leben. Das ist der Kern von Unabhängigkeit: nicht der Ruhestand, sondern ein Leben, das weniger Druck macht.

Ich verfolge dabei einen strukturierten Zugang: Ordnung, Struktur, Routine, Konsistenz, in dieser Reihenfolge. Erst siehst du alles, dann ordnest du, dann machst du es zur Gewohnheit. Motivation ist nicht der Ablauf.

Das gesparte Geld hat dann einen Zweck. Du kannst es regelmässig beiseitelegen, statt es im Alltag zu verlieren. Einen kritischen Blick auf extreme Sparansätze findest du in meinem Beitrag zur Frugalismus-Kritik.

Ein gutes Buch über persönliche Finanzen hilft, den nächsten Schritt zu planen. Ich empfehle ein solides Taschenbuch zum Vermögensaufbau, das ohne Versprechen auskommt.

Wichtig ist mir, dass die Routine einfach bleibt. Ich lege mir einmal im Jahr einen festen Termin, an dem ich alle Verträge durchgehe, am liebsten im Herbst, bevor die Frist der Krankenkasse abläuft. Dazu hänge ich mir einen Jahresplaner als Wandkalender sichtbar an die Wand, auf dem alle Fristen markiert sind. So fällt mir nichts mehr durch.

Der Effekt zeigt sich nicht nur auf dem Konto, sondern im Kopf. Wenn du weisst, wofür dein Geld jeden Monat verschwindet, hörst du auf, dich über leere Kontostände zu wundern. Du hast den Überblick, und das beruhigt mehr, als jede einzelne gesparte Summe es könnte.

Und noch etwas: Wer seine Fixkosten im Griff hat, trifft bei Job, Wohnort und Zeiteinteilung freiere Entscheidungen. Er muss nicht jedes Angebot annehmen, nur weil die Rechnungen drücken. Das ist für mich der eigentliche Gewinn dieser Checkliste: mehr Spielraum, ohne dass sich dein Alltag schlechter anfühlt.

Gerade neben einem vollen Arbeitstag spüre ich den Unterschied. Wenn ich abends nach der Schicht und dem Training heimkomme, will ich nicht über Verträge nachdenken. Weil die Fixkosten geordnet sind, muss ich das auch nicht. Die Arbeit ist einmal gemacht, die Termine stehen im Kalender, und der Rest läuft ruhig im Hintergrund weiter.

Meine Empfehlung

Ein simpler Haushaltsplaner: Er kostet wenig und zwingt dich, jeden Posten aufzuschreiben.

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Wo liegen die Fallen bei der Fixkosten-Checkliste?

Die erste Falle ist, zu viel auf einmal zu wollen. Wer an einem Abend zehn Verträge wechselt, macht Fehler und gibt beim nächsten Mal auf. Ein Posten pro Woche ist langweilig, aber er funktioniert.

Die zweite Falle ist die Leistung. Ein günstigerer Vertrag, der im Ernstfall nicht zahlt, ist keine Ersparnis. Vergleich bei Versicherungen immer den Leistungsumfang und nicht nur die Prämie.

Die dritte Falle ist der Aufwand ohne Termin. Ohne Kalendereintrag vergisst du die Frist und zahlst ein weiteres Jahr. Trag jede Kündigungsfrist ein, mit Erinnerung vier Wochen vorher.

Und eine vierte: Du sparst, aber das Geld bleibt auf dem Konto liegen und verschwindet im Alltag. Gib dem gesparten Betrag einen festen Platz.

Eine fünfte Falle ist Perfektionismus. Du musst nicht jeden Tarif der Schweiz vergleichen. Wenn du bei einem Posten zwei, drei seriöse Angebote anschaust und das beste nimmst, reicht das. Alles darüber kostet Zeit, die mehr wert ist als der kleine Zusatzgewinn. Ich habe selbst schon Stunden mit Vergleichen verbracht, die am Ende fünf Franken brachten.

Und die sechste: Du vergleichst nur Preise und vergisst den Aufwand eines Wechsels. Wenn ein Anbieter mühsam zu kündigen ist oder der Support schlecht, zahlst du das mit Nerven. Lies deshalb kurz die Kündigungsbedingungen, bevor du unterschreibst. Das dauert zwei Minuten und erspart dir Ärger im nächsten Jahr.

Häufige Fragen

Wie oft sollte ich meine Fixkosten prüfen?
Mindestens einmal im Jahr komplett, am besten im Herbst vor der Frist für die Krankenkasse. Dazu kommen Termine, wenn ein Anbieter die Preise erhöht. Mit Kalendererinnerungen bleibt der Aufwand überschaubar.
Ist der günstigste Anbieter immer die beste Wahl?
Nein. Bei Neukundenangeboten zählt der Preis ab dem zweiten Jahr, bei Versicherungen der Leistungsumfang. Vergleich immer dasselbe gegen dasselbe, sonst sparst du am falschen Ende.
Womit fange ich an, wenn ich wenig Zeit habe?
Mit dem grössten Posten, meist Krankenkasse oder Versicherungen. Plan pro Woche einen Vertrag ein. Das ist machbar, auch neben Vollzeitjob und Training.

Fazit

Zum Schluss das Wichtigste: Der grösste Hebel beim Geld ist nicht Verzicht, sondern ein ehrlicher Blick auf das, was du ohnehin jeden Monat zahlst. Fixe Ausgaben ohne Verzicht zu senken heisst: sichten, sortieren, einen Vertrag pro Woche prüfen, Fristen eintragen.

Du brauchst dafür keine Willenskraft, sondern einen Ablauf. Fang diese Woche mit dem grössten Posten an.

Setz dich am Wochenende an den Küchentisch, hol die Kontoauszüge und mach die Liste. Eine halbe Stunde genügt. Alles Weitere ergibt sich Schritt für Schritt, und in sechs Wochen hast du etwas geschafft, das die meisten Leute jahrelang vor sich herschieben. Das Gefühl danach ist ruhig und klar, und genau das ist es, was ich dir wünsche.

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