MSCI World vs FTSE All-World vs S&P 500: 7 Fakten, die 2026 wirklich zählen

MSCI World vs FTSE All-World vs S&P 500 — drei Namen, die immer wieder auftauchen, wenn es um Vermögensaufbau geht. Drei Indizes, drei unterschiedliche Wege, dein Geld anzulegen. Und eine Frage, die dir kaum jemand direkt beantwortet: Welcher passt wirklich? Ich zeige dir die Unterschiede ohne Bullshit — USA-Anteil, Kosten, Streuung und was 2026 tatsächlich zählt.
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Warum überhaupt drei verschiedene Indizes — reicht nicht einer?
Die drei Indizes verfolgen unterschiedliche Ansätze. Der MSCI World deckt rund 1.280 Unternehmen aus 23 Industrieländern ab — keine Schwellenländer. Der FTSE All-World geht weiter: 4.264 Unternehmen, Industrieländer plus Schwellenländer, Stand August 2026 laut FTSE Russell. Alle Zahlen und Beispiele in diesem Artikel dienen der Information und sind keine Anlageberatung. Der S&P 500 konzentriert sich ausschliesslich auf die 500 grössten US-Unternehmen.
Der Unterschied liegt nicht im Namen, sondern in der Streuung. Mehr Länder, mehr Unternehmen — das klingt erstmal nach mehr Sicherheit. Ob das stimmt, schauen wir gleich an.
Was alle drei gemeinsam haben: Sie sind marktkapitalisiert gewichtet. Das heisst, die grössten Unternehmen bekommen das grösste Gewicht. Apple, Microsoft, NVIDIA — die Namen kennst du. Sie tauchen in allen drei Indizes auf, nur mit unterschiedlichem Anteil.
Ein Rechenbeispiel mit gerundeten, angenommenen Gewichten: Wenn du 1.000 Franken investierst, kaufst du im MSCI World grob 700 Franken US-Aktien, im FTSE All-World etwa 600 Franken US-Aktien plus rund 100 Franken Schwellenländer, im S&P 500 die vollen 1.000 Franken nur USA. Die Frage ist nicht, welcher Ansatz besser ist — sondern welcher zu deiner Risikobereitschaft passt.
Die Indexanbieter selbst — MSCI, FTSE Russell und S&P Dow Jones — legen unterschiedliche Regeln fest. MSCI stuft Südkorea als Schwellenland ein, FTSE Russell als Industrieland. Das klingt nach Kleinkram, verschiebt aber die Ländergewichtung messbar. Samsung Electronics gehört zu den grössten Unternehmen Asiens — je nachdem, wo das Land eingestuft wird, wandert diese Summe in unterschiedliche Segmente.
Ein weiterer Punkt: Die Indizes werden laufend angepasst. Unternehmen steigen auf, andere fallen raus. Im S&P 500 entscheidet ein Komitee, welche Firmen reinkommen — im MSCI World und FTSE All-World läuft das regelbasiert nach Marktkapitalisierung und Liquidität. Das heisst: Der S&P 500 hat eine kleine subjektive Komponente, die anderen beiden folgen festen Regeln.

MSCI World: Wie hoch ist der USA-Anteil wirklich?
Früher hiess es oft: rund 65 Prozent USA. Das ist überholt. Der USA-Anteil im MSCI World liegt nach meinem Stand mittlerweile bei rund 70 Prozent oder etwas darüber — die aktuelle Zahl steht im Factsheet des Index. Der Grund: Tech-Aktien wie Apple, Microsoft, NVIDIA sind weiter gewachsen, die Marktkapitalisierung hat sich verschoben.
Das bedeutet konkret: Wenn du 1.000 Franken in einen MSCI-World-ETF steckst, gehen grob 700 Franken in US-Unternehmen. Der Rest verteilt sich auf Japan, Grossbritannien, Kanada, Frankreich, Deutschland und weitere Industrieländer.
Der hohe USA-Anteil ist kein Fehler im Index — er bildet die reale Grösse der Märkte ab. Die Frage ist: Willst du das? Wenn du mit dem USA-Fokus leben kannst, ist der MSCI World eine solide Wahl. Wenn nicht, schau dir die anderen beiden an.
Interessant wird es, wenn du die Entwicklung über die letzten zehn Jahre anschaust. Der USA-Anteil im MSCI World lag früher deutlich niedriger. Seither ist er gestiegen — nicht weil MSCI die Regeln geändert hat, sondern weil US-Unternehmen schneller gewachsen sind als der Rest der Welt. Das ist marktkapitalisierte Gewichtung in Reinform: Wer wächst, bekommt mehr Gewicht.
Ein Punkt, den viele übersehen: Der MSCI World enthält zwar keine Schwellenländer, aber die enthaltenen Unternehmen machen dort einen Grossteil ihres Umsatzes. Apple verkauft iPhones in Indien, China, Brasilien. Nestlé (Schweiz) macht einen grossen Teil des Umsatzes in Schwellenländern. Das heisst: Die geografische Verteilung der Firmensitze ist nicht deckungsgleich mit der Umsatzverteilung.
Wer den USA-Anteil aktiv senken will, kann den MSCI World mit einem Europa- oder Pazifik-ETF kombinieren. Rechenbeispiel: 70 Prozent MSCI World, 30 Prozent MSCI Europe — dann liegt der effektive USA-Anteil im Gesamtdepot bei grob 50 Prozent. Das ist eine bewusste Abweichung vom Marktgewicht — keine Empfehlung und keine Anlageberatung, nur eine Rechnung.
Ein letzter Hinweis: Der MSCI World ist kein statisches Produkt. Die Zusammensetzung wird regelmässig überprüft. Einzelne Unternehmen kommen rein, andere fliegen raus. Diese Anpassungen sind meist klein, summieren sich aber über Jahre.
MSCI World in Zahlen — Stand 2026
- 70Prozent und etwas mehr: grober USA-Anteil im MSCI World
- 1’280Unternehmen aus 23 Industrieländern — MSCI, August 2026
- 1dominanter Sektor: Informationstechnologie
- 0,12Prozent TER pro Jahr — Grössenordnung günstiger MSCI-World-ETFs (aktuell prüfen)
FTSE All-World: Bringen Schwellenländer wirklich mehr Rendite?
Der FTSE All-World deckt Industrieländer und Schwellenländer ab — 4.264 Unternehmen. Der USA-Anteil liegt bei grob 60 Prozent, der Rest verteilt sich breiter: China, Indien, Taiwan, Brasilien kommen dazu.
Die Frage, die sich jeder stellt: Bringt das mehr Rendite? Garantiert nicht. Über lange Zeiträume lagen Schwellenländer mal vorne und mal hinten, einen dauerhaften Renditevorsprung gab es nicht — aber mehr Diversifikation. Was in der Zukunft passiert, weiss niemand.
Das heisst: Schwellenländer gleichen Schwankungen aus, bringen aber nicht automatisch höhere Gewinne. Wer breiter streuen will, nimmt den FTSE All-World. Wer nur Industrieländer will, bleibt beim MSCI World.
Dabei gilt: In einzelnen Phasen liefen Schwellenländer besser, in anderen schlechter. In den 2000er-Jahren waren sie lange vorn, in den 2010er-Jahren lagen sie eher hinten. Ob das anhält, weiss niemand.
Ein Rechenbeispiel, kein Rückblick auf echte Kurse: Angenommen, ein Index wächst 8 Prozent pro Jahr, ein anderer 7 Prozent. Aus 10.000 Franken werden nach 16 Jahren rund 34.300 Franken beziehungsweise rund 29.500 Franken. Schon ein Prozentpunkt Unterschied wirkt über die Jahre deutlich — welcher Index vorne liegt, weiss man aber erst hinterher.
Der Schwellenländer-Anteil im FTSE All-World ist mit grob 10 Prozent überschaubar. Das klingt nach wenig, verschiebt aber das Risikoprofil. Taiwan, China und Indien machen jeweils nur wenige Prozent aus. Diese Märkte sind volatiler als die USA oder Europa — das heisst, der FTSE All-World schwankt etwas stärker als der MSCI World, hat aber auch mehr Aufholpotenzial, wenn Schwellenländer durchstarten.
Ein Vorteil, den viele übersehen: Der FTSE All-World ist in einem ETF abgebildet. Du brauchst keine Kombination aus MSCI World und MSCI Emerging Markets, keine Rebalancing-Planung, keine zweite Order. Ein Sparplan, fertig. Das spart Zeit, Gebühren und Aufwand. Für viele Anleger ist das der entscheidende Punkt.
Der FTSE All-World zielt auf eine hohe Marktabdeckung — Large und Mid Caps aus Industrie- und Schwellenländern.
— sinngemäss zusammengefasst, Details beim Anbieter FTSE Russell prüfenEin Detail, das kaum einer kennt: FTSE Russell stuft Südkorea als Industrieland ein, MSCI noch immer als Schwellenland. Das heisst, Samsung zählt im FTSE All-World zu den Industrieländern, im MSCI World fehlt es dagegen ganz — bei MSCI steckt es im Schwellenländer-Index. Klingt nach Kleinkram, verschiebt aber die Gewichtung.
Der Vanguard FTSE All-World ETF (VWCE) gilt vielen als Standard-Ein-ETF-Lösung für europäische Anleger. Die aktuelle TER steht beim Anbieter und auf justETF. Ein ETF, fertig — für alle, die es einfach wollen (keine Anlageberatung).
Die Südkorea-Frage ist mehr als akademisch. Samsung Electronics, SK Hynix, Hyundai — diese Unternehmen sind zusammen mehrere hundert Milliarden US-Dollar wert. Je nachdem, ob sie als Industrie- oder Schwellenland gewertet werden, verschiebt sich das Gewicht im Index messbar. Bei MSCI zählt Südkorea weiterhin als Schwellenland (Stand August 2026).
Anders als oft zu lesen, enthält der FTSE All-World keine Small Caps: Wie der MSCI World bildet er nur Large und Mid Caps ab. Kleinere Unternehmen kommen erst in breiteren Indizes dazu, etwa im MSCI World IMI oder im MSCI ACWI IMI.
Wer den FTSE All-World wählt, bekommt gegenüber dem MSCI World also vor allem die Schwellenländer dazu. Von seinen 4.264 Unternehmen stammen 2.290 aus Schwellenländern und 1.974 aus Industrieländern — auch das sind mehr als die rund 1.280 im MSCI World: FTSE strebt eine höhere Abdeckung an (90 Prozent je Region, MSCI rund 85 Prozent je Land) und zählt Südkorea zu den Industrieländern. Mehr Unternehmen heisst nicht automatisch mehr Rendite, aber es senkt das Einzeltitelrisiko.
Ein praktischer Punkt: Der Vanguard FTSE All-World ETF ist in der Schweiz über alle grossen Broker handelbar — Swissquote, PostFinance, Interactive Brokers. Die Liquidität ist meist hoch und der Spread eng. Das Fondsvolumen ist gross — auch das spricht dafür, dass er akzeptiert ist. Eine Garantie für die Zukunft ist das nicht.

S&P 500: Warum nur USA — und reicht das?
Der S&P 500 ist der klarste der drei: 500 US-Unternehmen, sonst nichts. Kein Europa, kein Asien, keine Schwellenländer. Dafür die grössten Player der Welt — Apple, Microsoft, NVIDIA, Amazon, Alphabet, Meta. Die Top 10 machen einen grossen Teil des Index aus.
Das Argument für den S&P 500: Viele dieser Unternehmen verdienen ihr Geld weltweit, nicht nur in den USA. Apple verkauft in China, Microsoft in Europa — globale Umsätze, auch wenn der Firmensitz in den USA steht.
Das Gegenargument: Du setzt alles auf ein Land. Wenn die USA schwächeln, schwächelt dein Depot. Wer das Risiko nicht will, wählt einen der beiden anderen.
Ein Blick auf die Umsätze: Ein erheblicher Teil der Umsätze der S&P-500-Unternehmen entsteht ausserhalb der USA. Das heisst, du kaufst zwar nur US-Aktien, investierst aber indirekt in die Weltwirtschaft.
Trotzdem bleibt das Währungsrisiko. Der S&P 500 wird in US-Dollar gehandelt. Wenn der Dollar gegenüber dem Franken fällt, verlierst du Rendite — auch wenn der Index in Dollar steigt. Umgekehrt hilft ein steigender Dollar. Wer das nicht will, kann währungsgesicherte ETFs nutzen — die kosten aber etwas mehr.
Historisch gab es Phasen, in denen der MSCI World vor dem S&P 500 lag, etwa als Europa und die Schwellenländer in den 2000ern stärker aufholten.
Aber: In den 2010er-Jahren erlebten Anleger das Gegenteil. Die USA liefen in dieser Phase deutlich besser als Europa und Japan. Das zeigt: Welcher Index besser läuft, hängt vom Zeitraum ab. Langfristig gleicht sich das an, kurzfristig gibt es Phasen, in denen einer vorne liegt.
Ein Vorteil des S&P 500: Die TER ist oft am niedrigsten. Es gibt ETFs mit sehr niedriger TER, teils im Bereich von 0,05 Prozent oder darunter. Über 30 Jahre macht das bei einem grösseren Depot einige tausend Franken Unterschied. Wer nur USA will und die niedrigsten Kosten sucht, findet hier günstige Angebote — ohne dass das eine Empfehlung wäre.


Kosten: Was macht den Unterschied bei der Rendite?
Die TER (Total Expense Ratio) ist die jährliche Gebühr, die der ETF kostet. Günstige MSCI-World-ETFs liegen grob bei 0,1 bis 0,2 Prozent pro Jahr, FTSE-All-World-ETFs ähnlich. S&P-500-ETFs liegen oft noch tiefer. Die aktuellen Zahlen findest du bei den Anbietern.
Ein Beispiel: Du investierst 10.000 Franken. Bei 0,12 Prozent TER zahlst du 12 Franken pro Jahr. Bei 0,20 Prozent sind es 20 Franken. Klingt nach wenig — über 20 Jahre macht das bei gleichbleibender Summe rund 160 Franken Unterschied, bei steigendem Depot deutlich mehr.
Meine Haltung: Unter 0,20 Prozent TER ist in Ordnung. Darüber wird es teuer. Die günstigsten ETFs findest du über Vergleichsportale wie justETF oder Finanztip — beide liefern aktuelle Zahlen.
Ein Rechenbeispiel (angenommene Zahlen, keine Prognose): Du sparst 20 Jahre lang monatlich 500 Franken in einen ETF. Bei einer angenommenen Rendite von 7 Prozent pro Jahr vor Kosten und einer TER von 0,12 Prozent hast du nach 20 Jahren rund 257.000 Franken. Bei einer TER von 0,25 Prozent sind es rund 253.000 Franken — das sind rund 4.000 Franken weniger, nur wegen der höheren Gebühr.
Aber TER ist nicht alles. Es gibt auch die Trackingdifferenz — die Abweichung zwischen Index-Performance und ETF-Performance. Manche ETFs liefern eine etwas bessere Performance als der Index, etwa durch Wertpapierleihe. Andere liegen schlechter, weil sie höhere interne Kosten haben. Die Trackingdifferenz siehst du nicht in der TER, sondern nur in der tatsächlichen Performance.
Ein Beispiel für den Gedanken: Zwei ETFs auf denselben Index können dieselbe TER haben und trotzdem unterschiedlich abschneiden. Ein ETF mit etwas höherer TER kann effektiv günstiger sein, wenn seine Trackingdifferenz besser ist — die echten Werte findest du bei den Anbietern und auf justETF, nicht in diesem Artikel.
Mein Tipp: Schau dir nicht nur die TER an, sondern auch die historische Trackingdifferenz. Die findest du auf justETF oder direkt auf der Website des ETF-Anbieters. Ein ETF mit etwas höherer TER und guter Trackingdifferenz kann besser sein als einer mit minimal niedrigerer TER und schlechter Trackingdifferenz.
Noch ein Punkt: Die Broker-Gebühren. In der Schweiz kostet jeder ETF-Kauf in der Regel Gebühren, die je nach Anbieter und Orderart stark schwanken. Wenn du monatlich kaufst, summiert sich das. Rechenbeispiel: 12 Franken pro Monat sind 144 Franken im Jahr, über 20 Jahre 2.880 Franken — das kann mehr sein als die TER-Differenz zwischen zwei ETFs. Aktuelle Gebühren stehen bei den Brokern.
Was die meisten falsch verstehen — MSCI World vs FTSE All-World vs S&P 500
- Der MSCI World deckt die ganze Welt abNur Industrieländer — keine Schwellenländer
- Schwellenländer bringen mehr RenditeMal vorne, mal hinten: keine garantierte Mehrrendite, aber mehr Streuung
- Der S&P 500 ist zu riskant, nur USADie Firmen verdienen weltweit — globale Umsätze
- Mehr Unternehmen bedeuten mehr SicherheitTop 10 machen einen grossen Teil aus — ähnliches Risiko
Welcher Index passt für wen — und warum?
Die Frage ist nicht, welcher Index besser ist — sondern welcher zu dir passt. Wer maximale Streuung will, schaut auf den FTSE All-World. Wer nur Industrieländer will, aber breiter als USA, auf den MSCI World. Wer voll auf die USA setzt, auf den S&P 500.
Ich selbst habe aktuell keinen ETF. Meine Haltung, keine Anlageberatung: Wenn du nur einen ETF willst, ist der FTSE All-World eine naheliegende Wahl. Wenn du zwei willst, kannst du MSCI World mit einem Schwellenländer-ETF kombinieren — oder du schaust dir einen ETF auf den MSCI World IMI an, der Small Caps mit abdeckt. Produktdaten wie WKN und TER prüfst du selbst beim Anbieter.
Alle-Länder-ETFs wie FTSE All-World oder MSCI ACWI sind inzwischen in ähnlicher Preisklasse zu haben wie MSCI-World-ETFs — es gibt genug Auswahl.
Ein konkreter Fall: Du bist 35, verdienst 90.000 Franken im Jahr, willst langfristig fürs Alter sparen und hast keine Lust, dich jede Woche mit dem Depot zu beschäftigen. Dann ist ein breiter Welt-ETF wie der FTSE All-World eine mögliche Lösung — das ist keine Anlageberatung. Rechenbeispiel: Bei einem Sparplan über 500 Franken im Monat und einer angenommenen Rendite von 7 Prozent pro Jahr kämen nach 25 Jahren rund 405.000 Franken zusammen. Das ist nur eine Rechnung, keine Prognose — die Rendite kann auch tiefer liegen oder negativ sein.
Anderer Fall: Du bist 28, arbeitest in der Tech-Branche, glaubst fest an die USA und willst maximale Rendite. Dann ist der S&P 500 eine Möglichkeit, wenn du das Klumpenrisiko bewusst eingehst. Läuft der US-Markt weiter so stark wie in den letzten Jahren, schneidet er besser ab als der MSCI World. Wenn nicht, schlechter. Du entscheidest — und das ist keine Anlageberatung.
Noch ein Fall: Du bist 42, hast schon 80.000 Franken in Schweizer Aktien und Immobilienfonds, willst jetzt international diversifizieren. Dann könnte der MSCI World passen — du hast die Schweiz schon übergewichtet, brauchst also globale Streuung ohne noch mehr Heimatmarkt. Wer will, ergänzt einen kleinen Anteil Schwellenländer. Welche Aufteilung passt, hängt von deiner Situation ab — das ist keine Anlageberatung.
Die Antwort hängt auch vom Anlagehorizont ab. Bei kurzem Horizont ist ein reiner Aktien-ETF riskant — es kann sein, dass du genau dann Geld brauchst, wenn der Markt fällt. Je länger der Horizont, desto kleiner war in der Vergangenheit das Verlustrisiko — aber Garantie gibt es keine.
- Index wählenFTSE All-World für maximale Streuung (Industrieländer plus Schwellenländer), MSCI World für Industrieländer ohne Schwellenländer, S&P 500 nur USA. Die Wahl hängt davon ab, wie viel Risiko du auf ein Land oder eine Region setzen willst.
- ETF vergleichenÜber justETF oder Finanztip findest du die günstigsten ETFs zum gewählten Index. Achte auf die TER (als Faustregel: je niedriger, desto besser) und die Fondsgrösse. Kleine Fonds können geschlossen werden.
- Broker prüfenIn der Schweiz bieten mehrere Broker, etwa Swissquote, PostFinance oder Interactive Brokers ETF-Sparpläne an. Vergleiche die Ordergebühren pro Kauf — bei monatlichen Käufen summiert sich das über die Jahre.
- Sparplan einrichtenEin Sparplan, der jeden Monat denselben Betrag investiert, ist eine mögliche Lösung (keine Anlageberatung) — egal ob der Kurs steigt oder fällt. Das nennt sich Cost-Average-Effekt. Du kaufst automatisch mehr Anteile, wenn der Kurs tief ist, und weniger, wenn er hoch ist.
- Liegen lassenDer grösste Fehler: bei einem Crash verkaufen. Wer 2008, 2020 oder 2022 dringeblieben ist, konnte die Verluste in der Vergangenheit meist wieder aufholen. Wer verkauft hat, hat sie festgeschrieben. Garantie gibt es keine. ETFs funktionieren über 10, 15, 20 Jahre — nicht über Monate.
- Jährlich prüfenEinmal im Jahr checkst du, ob der Sparplan läuft, ob die Kosten stimmen und ob du den Betrag anpassen willst. Nicht öfter — tägliches Checken bringt nichts ausser Stress.
- Rate erhöhenWenn dein Einkommen steigt, kannst du die monatliche Rate erhöhen (keine Anlageberatung). Aus 200 Franken werden 250, dann 300. Das fällt nicht auf, weil es schrittweise geht — und kann über die Jahre viel ausmachen.
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Newsletter abonnieren →Was ist mit MSCI ACWI — ist der nicht dasselbe wie FTSE All-World?
Fast. Der MSCI ACWI (All Country World Index) deckt ebenfalls Industrieländer und Schwellenländer ab — rund 2.500 Unternehmen. Beide enthalten nur Large und Mid Caps. Der FTSE All-World kommt mit 4.264 Unternehmen auf deutlich mehr Titel und strebt eine höhere Abdeckung an.
Die Performance ist über lange Zeiträume meist ähnlich. Der Unterschied liegt vor allem in der ETF-Auswahl: Je nach Anbieter ist der eine oder der andere etwas günstiger.
Meine Haltung: Wenn du zwischen FTSE All-World und MSCI ACWI wählen musst, ist die niedrigere TER für mich ein gutes Kriterium (keine Anlageberatung). Der Unterschied in der Streuung ist so klein, dass er über 20 Jahre kaum ins Gewicht fällt.
Rechenbeispiel mit angenommenen Zahlen: Liegt die TER bei 0,20 statt 0,14 Prozent, macht das bei einem gleichbleibenden Depot von 100.000 Franken über 20 Jahre grob 1.200 Franken Unterschied (bei wachsendem Depot mehr) — nicht riesig, aber messbar.
Der MSCI ACWI IMI geht noch einen Schritt weiter: Er enthält Large, Mid und Small Caps — insgesamt weit über 8.000 Unternehmen — und deckt damit praktisch den gesamten investierbaren Markt ab. ETFs auf diesen Index sind seltener und oft etwas teurer. Ob sich das für dich lohnt, ist Ansichtssache.
Ein Detail: Der MSCI ACWI gewichtet Schwellenländer etwas höher als der FTSE All-World. Der Unterschied kommt vor allem von Südkorea: bei MSCI Schwellenland, bei FTSE Industrieland.
Top 10 Holdings — warum die überall gleich sind
Egal ob MSCI World, FTSE All-World oder S&P 500 — die Top 10 sehen fast gleich aus. Apple, Microsoft, NVIDIA, Amazon, Alphabet (Google), Meta (Facebook), Tesla — diese Namen tauchen in allen drei Indizes auf. Der Grund: Marktkapitalisierung.
Die Top 10 machen im MSCI World einen grossen Teil aus, im S&P 500 noch mehr. Das heisst: Ein grosser Teil deines Depots steckt in zehn Unternehmen — egal welchen Index du wählst.
Das ist kein Fehler, sondern Realität. Wer das Konzentrationsrisiko senken will, müsste aktiv gewichten — was bei einem passiven ETF nicht geht. Oder du kombinierst mehrere ETFs, um die Gewichtung zu verschieben.
Ein Blick auf die Gewichte: Apple, Microsoft und NVIDIA stehen im S&P 500 etwas höher gewichtet als im MSCI World. Der Unterschied liegt daran, dass der S&P 500 nur 500 Unternehmen hat, der MSCI World rund 1.280 — die grössten Firmen haben im kleineren Index mehr Gewicht.
Das Konzentrationsrisiko ist real. Rechenbeispiel: Hat eine Aktie ein Gewicht von 6 Prozent und fällt um 10 Prozent, kostet das deinen ETF rund 0,6 Prozent — nur durch diese eine Aktie. Fallen alle Top 10 zusammen um 10 Prozent, verliert dein ETF entsprechend mehr. Das ist der Preis für marktkapitalisierte Gewichtung.
Wer das nicht will, kann gleichgewichtete ETFs nutzen — die gibt es für den S&P 500 (Equal Weight). Da hat jede Aktie dasselbe Gewicht, unabhängig von der Marktkapitalisierung. Wie diese ETFs im Vergleich abschneiden, hängt vom Zeitraum ab. Dafür sind sie meist etwas teurer.
Ein letzter Punkt: Die Top 10 ändern sich. Vor zehn Jahren standen andere Namen wie ExxonMobil und General Electric weiter vorn — heute sind NVIDIA oder Meta viel grösser. Wer passiv investiert, passt sich automatisch an — ohne je eine Aktie verkaufen oder kaufen zu müssen.
Wenn du tiefer einsteigen willst, lies ein solides Buch über ETF und Vermögensaufbau. Die Basics stehen überall, aber ein Buch zwingt dich, dran zu bleiben — statt nach drei Artikeln wieder aufzuhören.
Sektorgewichtung — was dominiert die Indizes 2026?
Der grösste Sektor in allen drei Indizes ist Informationstechnologie — mittlerweile mit einem Gewicht von grob einem Viertel oder mehr im MSCI World. Der Grund: KI-Dynamik, Cloud-Geschäft, Halbleiter. NVIDIA allein hat die Gewichtung verschoben.
Dahinter folgen Finanzdienstleistungen, Industriewerte, Gesundheit und Konsumgüter. Die Verteilung ändert sich laufend — je nachdem, welche Branchen wachsen.
Das heisst: Wenn Tech-Aktien fallen, fällt dein Depot stärker als bei einer gleichgewichteten Branchenverteilung. Wer das ausgleichen will, müsste zusätzlich in Branchen-ETFs investieren — oder damit leben, dass Tech dominiert.
Ein Beispiel aus der Praxis: Im Jahr 2022 fiel der MSCI World deutlich, Tech-Aktien litten besonders, Energie-Aktien legten zu. Wer nur den MSCI World hielt, erlebte den Tech-Einbruch voll mit. Wer zusätzlich einen Energie-ETF hatte, federte den Verlust ab. Aber: 2023 erholten sich Tech-Aktien stark, Energie gab nach. Wer übergewichtet hatte, verpasste die Erholung. Wer solche Wetten eingeht, trägt das Risiko selbst — das ist keine Anlageberatung.
Die genaue Sektorgewichtung findest du im Factsheet des jeweiligen Index, sie ändert sich laufend.
Im S&P 500 ist die Tech-Gewichtung noch höher, im FTSE All-World etwas niedriger. Das zeigt: Je stärker du die USA gewichtest, desto Tech-lastiger wird dein Depot.
Häufige Fragen — MSCI World vs FTSE All-World vs S&P 500
Häufige Fragen
Kann ich alle drei Indizes gleichzeitig besparen?
Welcher Index ist sicherer — MSCI World oder FTSE All-World?
Lohnt sich der S&P 500 noch, wenn die USA schon 70 Prozent im MSCI World ausmachen?
Soll ich thesaurierend oder ausschüttend wählen?
Wie oft soll ich nachkaufen — monatlich oder jährlich?
Was ist, wenn mein ETF geschlossen wird?
Fazit
Der Unterschied zwischen MSCI World, FTSE All-World und S&P 500 ist kleiner, als viele denken. Die Top 10 sind ähnlich, die USA dominieren in allen drei. Wie die Renditen künftig auseinanderlaufen, weiss niemand. Die Frage ist nicht, welcher Index besser ist, sondern welcher zu dir passt.
Wer maximale Streuung will, schaut auf den FTSE All-World. Wer nur Industrieländer will, auf den MSCI World. Wer voll auf die USA setzt, auf den S&P 500. Alle drei sind gängige Wege — Renditen sind nicht garantiert, und das hier ist keine Anlageberatung.
Meine Haltung (keine Anlageberatung): Entscheide dich, richte einen Sparplan ein und lass ihn laufen. Zehn Jahre, fünfzehn Jahre, zwanzig Jahre. Der beste Index ist der, den du nicht im Panikmoment verkaufst.
Ein letzter Gedanke: Die Frage ‚MSCI World vs FTSE All-World vs S&P 500‘ ist nicht die wichtigste. Die wichtigste Frage ist: Fängst du überhaupt an? Die meisten verbringen Monate damit, den perfekten ETF zu suchen — und investieren am Ende gar nicht. Entscheide dich für einen der drei, starte klein, zum Beispiel mit 200 Franken im Monat, und erhöhe schrittweise — das ist keine Anlageberatung. Das bringt mehr als drei Jahre Recherche ohne Aktion.
Wenn du noch unsicher bist: Lies Gerd Kommers Standardwerk über Indexfonds oder einen aktuellen ETF-Ratgeber. Die Basics bleiben gleich, aber ein Buch zwingt dich, die Entscheidung zu treffen — statt ewig weiterzulesen.
Die Rechnung ist einfach. Deine Zahl kennst du trotzdem nicht.
Der Rechner sagt dir, wie viel im Monat reinkommen muss, damit du nicht mehr auf den Lohn angewiesen bist. Eine Zahl. Danach weisst du, worauf du eigentlich hinarbeitest.
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Lieber erst umsehen? Hier fängt alles an.
ALPFIT.