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3. Säule oder ETF was lohnt mehr: 7 Fakten aus meiner Praxis

Fabian Waizenhöfer  ·  8 Min Lesezeit  ·  Vergleich
Handschriftlicher Vergleich 3. Säule oder ETF was lohnt mehr mit Beträgen in Schweizer Franken

3. Säule oder ETF was lohnt mehr – diese Frage höre ich seit Jahren, und jedes Mal antworte ich: Du stellst sie falsch. Ich bin 40, Functional Trainer und Filialleiter in Graubünden, und ich nutze beide. Nicht nacheinander, nicht entweder-oder, sondern parallel. Seit über 18 Jahren baue ich Vermögen auf, und die Zahlen zeigen: Wer die Säule 3a gegen ETF ausspielt, verschenkt Geld. In diesem Artikel zeige ich dir, wie ich beide Instrumente einsetze, welche Beträge bei mir laufen, welche Gebühren ich zahle und warum die Kombination die einzige ehrliche Antwort ist. Konkret, mit Franken-Beträgen aus meiner Praxis, ohne Bullshit.

Warum überhaupt die Frage 3. Säule oder ETF was lohnt mehr?

Weil die meisten glauben, sie müssten sich entscheiden. Du hast begrenzt Geld, also wohin damit: in die gebundene Vorsorge mit Steuervorteil oder in freie ETF mit voller Flexibilität? Die Frage klingt logisch, ist aber eine Falle. Die Säule 3a und ein ETF-Depot erfüllen unterschiedliche Rollen – das eine ist steuerbegünstigt und gesperrt bis zur Pensionierung, das andere ist frei verfügbar und jederzeit liquidierbar.

Ich zahle seit 2008 den Maximalbetrag in meine Säule 3a ein. 2026 sind das 7’258 Franken pro Jahr. Gleichzeitig bespare ich ein freies ETF-Depot mit monatlich rund 800 Franken. Warum? Weil die 3a mir sofort über 2’000 Franken Steuern spart und über Jahrzehnte steuerfrei wächst, während das freie Depot mir Liquidität und Flexibilität gibt, wenn ich sie brauche.

Die Recherche 2026 zeigt: Nur rund die Hälfte der Erwerbstätigen in der Schweiz nutzt die Säule 3a überhaupt, und viele davon zahlen nicht den vollen Betrag ein. Sie verschenken damit jedes Jahr vierstellige Steuerersparnisse. Gleichzeitig parken viele ihr freies Geld auf dem Sparkonto statt in einem breit diversifizierten ETF-Portfolio. Beides zusammen ist Geldverbrennung.

Die Frage ist also nicht 3. Säule oder ETF was lohnt mehr, sondern: Wie fülle ich zuerst die 3a voll aus und baue danach – oder parallel, sobald das Budget es hergibt – ein freies ETF-Depot auf? Das ist der Hebel, den ich seit 18 Jahren nutze.

Digitales Säule 3a Portfolio auf Laptop-Bildschirm mit Schweizer Franken Beträgen
So sieht mein digitales 3a-Portfolio aus – finpension, 0,39 Prozent Gebühren, hoher Aktienanteil.

Was bringt die Säule 3a konkret – meine Zahlen 2026

Ich zahle jedes Jahr im Januar die vollen 7’258 Franken ein. Das mache ich seit über einem Jahrzehnt konsequent. Warum Januar? Weil das Geld dann das ganze Jahr für mich arbeitet statt erst im Dezember. Der Steuervorteil allein bringt mir in meiner Einkommens- und Wohnsituation rund 2’100 Franken pro Jahr zurück – das ist fast ein Drittel der Einzahlung.

Meine Säule 3a liegt bei einem digitalen Anbieter, konkret finpension, mit einer All-in-Gebühr von 0,39 Prozent. Das Portfolio besteht zu 97 Prozent aus Aktien-Indexfonds, global diversifiziert. Über die letzten zehn Jahre hat dieses Portfolio durchschnittlich rund 5,8 Prozent pro Jahr gebracht – nach Gebühren, steuerfrei.

Rechne das hoch: 7’258 Franken pro Jahr, über 30 Jahre, bei 5,5 Prozent durchschnittlicher Rendite (konservativ gerechnet), ergibt rund 550’000 Franken. Davon sind über 330’000 Franken reiner Zuwachs. Bei der traditionellen Bank mit 1,2 Prozent Gebühren und aktiven Fonds wären es deutlich weniger – die Differenz liegt laut aktueller Vergleiche bei 30’000 bis 50’000 Franken über denselben Zeitraum.

Und das Geld wächst steuerfrei. Keine Vermögenssteuer, keine Einkommenssteuer auf Zinsen oder Dividenden während der Laufzeit. Erst bei der Auszahlung wird einmal zu einem reduzierten Satz besteuert. Das ist ein Hebel, den kein freies Depot bieten kann.

Münzstapel und Taschenrechner zeigen Steuerersparnis bei 3. Säule oder ETF Vergleich
Steuerersparnis 3a: über 2’000 Franken pro Jahr – das ist bare Rendite vor jeder Anlage.
Notizen zu Steuerersparnis und Gebühren bei 3. Säule oder ETF Entscheidung
Meine Notizen zu Gebühren und Ersparnissen – die 0,8 Prozent Unterschied summieren sich brutal.

Die 3. Säule oder ETF-Frage ist falsch – du brauchst beide, in dieser Reihenfolge.

— Fabian, nach 18 Jahren Vermögensaufbau

Was bringt ein freies ETF-Depot – und wo sind die Grenzen?

Mein freies ETF-Depot läuft über Interactive Brokers. Ich bespare monatlich zwei ETF: einen MSCI World und einen Emerging Markets, im Verhältnis 80 zu 20. Insgesamt fliessen da aktuell rund 800 Franken pro Monat rein, manchmal mehr, wenn die Filiale gut läuft und ich Bonuszahlungen bekomme.

Der grosse Vorteil: Ich kann jederzeit ran. Wenn die Waschmaschine stirbt, ein Notfall kommt oder ich eine grössere Anschaffung plane, verkaufe ich Anteile und habe das Geld innerhalb von drei Tagen auf dem Konto. Das kann die Säule 3a nicht bieten – die ist gesperrt bis 64, ausser bei Selbstständigkeit, Wohneigentum oder Auswanderung.

Der Nachteil: Ich zahle jedes Jahr Vermögenssteuer auf den aktuellen Depotwert und Einkommenssteuer auf realisierte Gewinne und Dividenden. Das kostet mich aktuell rund 600 Franken pro Jahr. Und es gibt keinen Steuerabzug beim Einzahlen. Das freie Depot ist also ein Wachstumsinstrument ohne steuerliche Förderung, dafür mit voller Flexibilität.

Trotzdem: Über die Jahre hat das freie Depot mir schon zweimal den Arsch gerettet – einmal bei einer ungeplanten Autoreparatur, einmal bei einem Umzug. Hätte ich alles in der 3a gehabt, hätte ich einen teuren Konsumkredit aufnehmen müssen. Deshalb ist die Kombination für mich nicht Luxus, sondern Pflicht.

Die meisten Leute denken, Vermögensaufbau ist kompliziert oder braucht viel Zeit. Ich prüfe mein 3a-Portfolio alle drei Monate, das freie Depot einmal im Monat kurz nach dem Sparplan-Abzug. Zusammen keine 30 Minuten pro Monat. Der Rest läuft automatisch.

Ich rebalanciere das freie Depot einmal im Jahr, meist im Januar. Das 3a-Portfolio hat ein automatisches Rebalancing beim Anbieter. Kein Stress, kein ständiges Rumgucken, keine Panikverkäufe. Buy and hold, diversifiziert, langfristig. Das ist der ganze Plan.

Und genau diese Einfachheit ist der Grund, warum ich beide parallel fahre: Die 3a ist maximale Steuereffizienz bei Null Aufwand. Das freie Depot ist Sicherheit und Liquidität bei minimalem Aufwand. Zusammen decken sie alles ab, was ich finanziell brauche.

Fabian Waizenhöfer prüft mein ETF- und 3a-Portfolio nach dem Training in Graubünden
Mein Alltag: Vollzeit-Job, Training, abends Portfolio prüfen.

Die neue Nachzahlungsregel ab 2026 – was das für dich bedeutet

Seit Januar 2026 gibt es eine Neuerung, die grösste Änderung an der Säule 3a seit 1987: Du kannst verpasste Einzahlungen aus den letzten Jahren nachholen. Früher war jedes Jahr verloren, wenn du den Maximalbetrag nicht voll genutzt hast. Jetzt kannst du zurückgehen und nachlegen.

Konkret: Wenn du 2023 nur 3’000 Franken eingezahlt hast statt der möglichen 7’056 Franken, kannst du die fehlenden rund 4’000 Franken jetzt in 2026 oder später nachholen – zusätzlich zum aktuellen Maximalbetrag. Das Fenster dafür ist begrenzt, aber es öffnet eine Chance für alle, die früher knapp bei Kasse waren oder die 3a nicht kannten.

Für mich persönlich ändert das nichts, weil ich seit Jahren voll einzahle. Aber ich sehe im Coaching immer wieder Leute, die erst mit 35 oder 40 anfangen und sich ärgern, dass sie die Jahre davor verschenkt haben. Jetzt können sie einen Teil davon zurückholen. Das ist ein echter Hebel.

Wichtig: Die Nachzahlung bringt dir denselben Steuervorteil wie eine normale Einzahlung. Wenn du also die Mittel hast – Bonus, Erbschaft, verkauftes Auto – dann nutze diese Regel. Sie wird nicht ewig bestehen.

Meine Empfehlung

Wenn du dich in die Säule 3a einlesen willst, ohne Verkaufs-Blabla, hol dir ein solides Buch über Vermögensaufbau in der Schweiz. Die meisten kosten unter 30 Franken und sparen dir teure Fehler.

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Gebühren – wo du richtig Geld verlierst (oder sparst)

Der grösste stille Killer beim Vermögensaufbau sind die Gebühren. Nicht die Marktvolatilität, nicht die Inflation, sondern die 1,2 Prozent, die deine Hausbank dir jedes Jahr vom Depot abzieht. Über 30 Jahre summiert sich das auf 40’000 bis 50’000 Franken Unterschied – bei maximaler 3a-Einzahlung.

Ich zahle bei finpension 0,39 Prozent All-in. Das beinhaltet Depotführung, Fondgebühren, Rebalancing, alles. Andere digitale Anbieter wie frankly (0,45 Prozent) oder VIAC (0,44 Prozent) liegen ähnlich. Die klassischen Banken verlangen dagegen 1,2 bis 1,5 Prozent, dazu oft noch Ausgabeaufschläge und versteckte Kickbacks.

Rechne das durch: 0,39 Prozent auf 200’000 Franken Depotwert sind 780 Franken pro Jahr. 1,2 Prozent sind 2’400 Franken. Differenz: 1’620 Franken – jedes Jahr. Über zehn Jahre sind das über 16’000 Franken, die einfach weg sind, ohne dass du dafür mehr Rendite oder besseren Service bekommst.

Beim freien ETF-Depot ist es ähnlich. Ich zahle bei Interactive Brokers keine Depotgebühr, nur die ETF-internen Kosten (TER), die liegen bei meinem MSCI World bei 0,20 Prozent pro Jahr. Ein aktiver Fonds bei einer Schweizer Bank kostet dich schnell 1,0 bis 1,5 Prozent TER plus Ausgabeaufschlag. Das ist Geldverbrennung.

Deshalb mein Rat: Schau dir die Gebühren an, bevor du auch nur einen Franken einzahlst. Lass dir die All-in-Kosten schwarz auf weiss geben. Und wenn deine Bank dir erklärt, dass aktives Management die höheren Kosten wert ist – frag nach der Rendite der letzten zehn Jahre nach Gebühren. In 90 Prozent der Fälle wirst du feststellen, dass der passive Indexfonds besser gelaufen ist.

Klassisches Beispiel von 2008: Eine Bank, 1,2 Prozent Gebühren, aktiver Mischfonds. Nach fünf Jahren hatte ich real weniger als die Hälfte der Rendite eines simplen Welt-Indexfonds. 2013 bin ich gewechselt. Seitdem läuft es.

3. Säule oder ETF was lohnt mehr – meine Reihenfolge

Wenn du mich fragst, wie du anfangen sollst, sage ich: Füll zuerst die Säule 3a voll, dann bau das freie Depot auf. In dieser Reihenfolge. Warum? Weil der Steuervorteil der 3a dir sofort Rendite bringt – ohne Risiko, ohne Markt, einfach durch den Abzug vom steuerbaren Einkommen.

Konkret: Wenn du 7’258 Franken einzahlst und 2’100 Franken Steuern sparst, hast du eine sofortige Rendite von knapp 29 Prozent auf das eingezahlte Geld. Kein ETF, keine Aktie, kein Immobilienfonds der Welt gibt dir das risikofrei. Das ist der Hebel, den du zuerst nutzen musst.

Erst wenn die 3a voll ist – oder wenn dein Budget grösser ist und du beides parallel stemmen kannst – fängst du mit dem freien Depot an. Ich würde sagen: Sobald du die 7’258 Franken für die 3a sicher hast, leg jeden zusätzlichen Franken, den du nicht für Konsum oder Notreserve brauchst, in ein ETF-Depot.

Bei mir war das ab etwa 2010 der Fall. Wer monatlich 300 Franken in ein freies Depot schiebt, baut sich über die Jahre echtes Vermögen auf. Über die Jahre die Sparrate von 300 auf 800 Franken zu erhöhen – genau so funktioniert nachhaltiger Vermögensaufbau. Das freie Depot ist inzwischen auf knapp 180’000 Franken gewachsen, die 3a liegt bei über 240’000 Franken. Zusammen ein sechsstelliges Vermögen – ohne Erbe, ohne Lottogewinn, einfach durch konsequentes Einzahlen und niedrige Gebühren.

Falls du dir Tools zur Planung holen willst: Ein einfacher Haushaltsplaner oder ein günstiger Taschenrechner helfen, deine Sparquote zu tracken und die Prioritäten klar zu sehen. Klingt Old-School, aber bei mir liegt beides auf dem Schreibtisch.

Häufige Fragen

Kann ich die Säule 3a vorzeitig beziehen, wenn ich ins Ausland ziehe?
Ja, bei definitiver Auswanderung aus der Schweiz kannst du die Säule 3a auflösen und auszahlen lassen. Es fällt eine Quellensteuer an, die je nach Zielland teilweise zurückgefordert werden kann. Das ist einer der wenigen legalen Wege, vor der Pensionierung ranzukommen.
Lohnt sich ein ETF-Sparplan mit nur 200 Franken im Monat?
Absolut. Über 30 Jahre werden aus 200 Franken monatlich bei 6 Prozent Rendite rund 200’000 Franken. Der Zinseszins-Effekt funktioniert auch bei kleinen Beträgen. Wichtig ist nur, dass die Gebühren niedrig sind, sonst frisst die Depotgebühr deine Rendite.
Sind Indexfonds in der 3a besser als ETF?
In der Schweizer Säule 3a meist ja. Indexfonds mit Schweizer Domizil können Quellensteuern auf ausländische Dividenden teilweise zurückfordern, ETF können das oft nicht oder nur eingeschränkt. Das bringt real 0,2 bis 0,4 Prozent mehr Rendite pro Jahr. Klingt wenig, summiert sich über Jahrzehnte aber massiv.

Fazit

Das glaubt mir keiner — aber die Frage 3. Säule oder ETF was lohnt mehr ist falsch gestellt. Du brauchst beide. Die 3a gibt dir maximale Steuereffizienz und steuerfrei wachsendes Vermögen, gesperrt bis zur Pension. Das freie ETF-Depot gibt dir Flexibilität, Liquidität und Wachstum ohne Sperrfrist. Zusammen decken sie alles ab, was ein solider Vermögensaufbau braucht.

Ich zahle seit über einem Jahrzehnt den vollen Maximalbetrag in die 3a ein – 2026 sind das 7’258 Franken. Gleichzeitig bespare ich ein freies Depot mit rund 800 Franken monatlich. Die Säule 3a spart mir jedes Jahr über 2’000 Franken Steuern und wächst bei 0,39 Prozent Gebühren. Das freie Depot kostet mich Vermögenssteuer, gibt mir aber sofortigen Zugriff, wenn ich ihn brauche.

Die neue Nachzahlungsregel ab 2026 ist ein Gamechanger für alle, die früher nicht voll eingezahlt haben. Nutze sie, wenn du die Mittel hast. Und wenn du noch am Anfang stehst: Füll zuerst die 3a voll, dann bau das freie Depot auf. In dieser Reihenfolge. Alles andere ist Geldverbrennung.

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